Familiäres Prostatakarzinom
Definitionen
Sporadisches Prostatakarzinom: 1 betroffener in der Familie
Familiäre Häufung: ist das Vorliegen einer Prostatakrebserkrankung bei mindestens 2 blutsverwandten Angehörigen (=familiäres Prostatakarzinom) , betrifft 25% aller Männer in Deutschland
Positive Familienanamnese: ist das Vorliegen mindestens eines erkrankten Verwandten 1. Grades, 2. Oder 3. Grades.
Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken, ist abhängig von der Anzahl der erkrankten Betroffenen, Verwandtschaftsgrad und dem Erkrankungsalter.
Sind mindestens 2 Verwandte 1. Grades betroffen, liegt das Risiko mehr als 4-fach über dem der Allgemeinbevölkerung.
Hereditäres Prostatakarzinom (7%) : 3 Verwandte 1. Grades
2 Verwandte 1. Grades < 55 Jahre
Verwandte in 3 aufeinanderfolgenden Generationen
Diese Patienten weisen ein jüngeres Erkrankungsalter, aggressivere Tumore sowie fortgeschrittene Stadien bei der Diagnose auf. Die Rezidivrate sowie die Letalität ist bei dieser Patientengruppe deutlich höher.
Bei Prostatakarzinompatienten mit positiver Familienanamnese konnte in 25 % eine Keimbahnmutation BRACA 1 und BRACA2 gefunden werden.
Internationale Leitlinien empfehlen daher bei dieser Patientengruppe eine intensivierte Prostatakrebsfrüherkennung ab dem 40. Lebensjahr.
Für diese Männer sprechen sich sowohl die europäische als auch die amerikanische Leitlinie für eine frühzeitige genetische Keimbahn Testung auf Mutationen aus.



