Therapiealternativen bei bakterieller Vaginose

Im Rahmen der Abklärung von wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfektionen sollte man sich auch ein Bild vom Vaginalmikrobiom verschaffen: dominierend dort sind normalerweise die Laktobazillen, welche durch Bildung von Milchsäure und Wasserstoffperoxid den sauren vaginalen pH-Wert (3,5-4,5 ) bewirken. Dieser pH- Wert verhindert eine übermäßige Vermehrung von pathogenen Bakterien im Vaginalbereich. Häufig liegt bei von Harnwegsinfekten betroffenen Frauen ein Mangel an Laktobazillen vor. Statt mit vaginalen Antiseptika oder Breitbandantibiotika auch noch die letzten Laktobazillen zu töten, sollte zunächst ein Vaginalstatus erhoben werden inkl. Differenzierung der verschiedenen Laktobazillenstämme. Aromaöle zum Beispiel sind weitaus schonender als Antibiotika und haben eine desinfizierende Wirkung. Ähnlich wie eine Urinkultur kann eine Aromatogramm erstellt werden und eine spezifische vaginale Lokaltherapie in der Apotheke angefertigt werden. Beispiele: Bergbohnenkraut-, Oregano-, Lemongras,- Rosengeranien-und Teebaumöl können als Sitzbäder oder als Zäpfchen (auf Kakaobutterbasis) 10 Tage lang zur Nacht angewendet werden.

CAVE: Lemongras und Oregano sollten nicht in der Schwangerschaft angewendet werden und wichtig ist eine Partnermitbehandlung zur Eradikation eines Keimreservoirs