Früherkennung von Prostatakrebs

Liebe PatientInnen,

die Janssen GmbH hat einen spannenden Beitrag zum Thema Früherkennung bei Prostatakrebs veröffentlicht und eine Initiative ins Leben gerufen.


Wir möchten Ihnen die aufklärenden Videos und Artikel nicht vorenthalten:

Hier geht es zum Beitrag

Überaktive Blase – Kleben statt schlucken!

Überaktive Blase=  anfallsartiger, plötzlich auftretender Harndrang. Diese Symptomatik führt typischerweise zu häufigen Blasenentleerungen. Führt der plötzliche Harndrang nicht zur Inkontinenz,  spricht man auch von trockener überaktiver Blase oder Reizblase. ( overactive bladder „dry“) Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es zu unwillkürlichem Harnverlust, dann spricht man von Dranginkontinenz. ( overactive bladder „wet“) Pathogenese der überaktiven Blase:  Sörung der Regulation der Blasenentleerung und Entstehung vonsinnlosen Blasenkontraktionen.

Ursachen einer Blasenüberaktivität

 

Therapie

Eine überaktive Blase kann mit Hilfe mehrerer Methoden therapiert werden. Durch ein Blasentraining wird versucht, den Harndrang bewusst zu kontrollieren. Mit einem Beckenbodentraining und Biofeedbacktherapie soll die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die medikamentöse orale Therapie mit Anticholinergika, welche jedoch häufig Nebenwirkungen aufweisen , wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten oder Herzrhytmusstörungen, welche das Absetzten der Medikation erfordern. Eine Alternative besteht in einer Pflastertherapie , welches 2 mal wöchentlich auf die Haut geklebt wird und eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe ermöglicht. Bei geringer Wirkstoffmenge ( 1/8 der oralen Therapie ) bei gleicher Wirksamkeit können relevante Nebenwirkungen reduziert bzw. vermieden werden. Eine spanische Multi-Center-Studie konnte die gute Verträglichkeit auch bei älteren Patienten nachweisen. Die Pflastertherapie ist daher ein probates Mittel für
  • Patienten mit Schluckbeschwerden
  • die bereits sehr viele Medikamente einnehmen müssen
  • Patienten mit starker Mundtrockenheit
  • Patienten in Alten-/ Pflegeheimen

Aktueller Standard in der Behandlung der Vorhautverengung

Bei einer Phimose ist das Zurückziehen der Vorhaut hinter die Eichel nicht möglich. Es ist ein physiologischer Zustand, welcher bis nach der Pubertät anhalten kann und nicht automatisch behandlungsbedürftig ist. Insbesondere im Alter von 3-6 Jahren können Operationen am Penis unter Umständen zur Störung der psychosexuellen Entwicklung führen („phallische Phase“). Nur 8% aller Jungen im Alter von 7 Jahren können bereits ihre Vorhaut vollständig zurückziehen, im Alter von 10 Jahren sind es bereits 20 % und 60 % der 13-jährigen Knaben weisen keine physiologische Vorhautverengung mehr vor. Nur 1-1,5 % der Jungen weisen nach Abschluß der Pubertät noch eine behandlungsbedürftige Verengung vor. (primäre Vorhautverengung) Eine  sekundäre Vorhautverengung ist als Folge von Entzündungen oder mechanischen Traumata zu verstehen.

Konservative Therapie:

cortisonhältige Salben für 4-8 Wochen

Operative Therapie:

Beschneidung ( Circumcison) als vorhauterhaltende plastische Technik oder als komplette radikale Vorhautentfernung.  

Absolute Operationsindikationen

  • Lichen sklerosus ( entzündliche Hauterkrankung unklarer Genese )
  • narbige oder sekundäre Verengung
  • rezidivierende Entzündungen
  • fieberhafte Harnwegsinfektionen bei vorbekannten Reflux
 

für Sie gelesen in UroForum Ausgabe 3/22

Ein neuer Blasentumorschnelltest

Ein neuer Blasentumorschnelltest steht Ihnen zur Verfügung

Menschen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für einen Harnblasentumor (zum Bespiel Raucher, beruflicher Umgang mit Chemikalien o.ä.)  profitieren von einer gezielten Fandung nach Risikomarkern im Urin. Diese könen wegweisend für eine weitere Diagnostik sein.

Der Nachweis eines tumorösen Geschehens kann auf 2 Wegen erfolgen: durch das Auffinden ganzer tumorspezifischer Zellen mit Hilfe der Zytologie oder durch die Messung proteinerger Substanzen (Zytokeratin 8 und 18), welche durch Zellzerfall der Tumorzellen entstehen. (UBC-Rapid)

Voraussetzung für ein korrektes Messergebniss beider Methoden ist, das der Urin erst nach 2 stündiger Wartezeit nach vorangegangener Miktion untersucht wird, damit sich eventuell vorhandenes tumoröses Material  in der Blase gesammelt hat.

Wichtig für eine hohe Spezifität ist die Beachtung der Ausschlußkriterien, für wen sich der Test NICHT eignet:

– Infektionen

– Schwangerschaft

– Blasensteine

– Katheterträger

– frische Operationen im Bereich der ableitenden Harnwege

Die Auswertung des Tests steht nach 10 Minuten zur Verfügung.

Bevor wir jedoch unseren Patienten diesen Test anbieten, erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch zur Ermittelung ihres individuellen Risikos, ob dieser Test für Sie indiziert ist!

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns direkt bei Ihrem nächsten Besuch bei uns an. Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite.

Zink – ein wichtiger Beitrag für die Fertilität des Mannes

Zink ist ein wichtiges Spurenelement mit zahlreichen biologischen Funktionen und unabdingbar für die Zellteilung und zahlreiche Hormone benötigen Zink , um ihre Funktion ausüben zu können. Zink ist daher an der Herstellung der Sexualhormone und an der Spermienproduktion wesentlich beteiligt, sodaß ein Zinkmangel zu Unfruchtbarkeit führen kann. Wichtige Forschungsergebnisse , die sich mit Zink bei der männlichen Forpflanzung beschäften sind:
  • es besteht ein Zusammenhang zwischen Höhe des Zinkspiegel  in der Samenflüssigkeit und Anzahl der Spermien.
  • Zinkmangel führt zu Abnahme des Hodenvolumens , – gewicht und Abnahme der Spermienbildung.
  • Bei Patienten mit Einschränkungen in allen 3 Spermiogrammparametern konnte eine 3- monatige Gabe von 250 mg Zink 2mal täglich eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit der Spermien  gezeigt werden sowie eine Reduktion von Anti-Sperma-Antikörpern.
  • Die Kombination von Zinksulfat mit Folsäure konnte die Spermienzahl erhöhen.
  • Unfruchtbare Patienten, die sich einer Krampfaderoperation im Bereich des Hodens unterzogen haben und anschließend eine Kombination von Zink und Folsäure für 6 Monate eingenommen hatten, zeigte sich ein besseres Outcome bezüglich Spermienzahl und Form.

Ernährungsbedingte protektive Faktoren gegen Krebsentstehung

Der Einfluss von Ernährung auf die Krebsentstehung ist nach wie vor unklar, es wird jeoch davon ausgegangen, dass Menschen mit einem gesunden Lebensstil ein um 18 % geringeres Krebsrisiko haben. Zur gesunden Ernährung gehören der häufige Verzehr von ballstoffreichen Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs: ein protektiver Effekt von Obst und Gemüse könnte u.a an der chemopräventiven Wirkung von Carotinoiden, Vitaminen und Flavonoiden liegen. Diese wirken entzündungshemmend, antikarzinogen und wirken als Antioxidantien. Den stärksten „antitumoralen „Effekt haben diese Nahrungsmittel auf Tumore des Magen-Darmtraktes.

Kaffeekonsum

Der Konsum von Kaffee wird immer wieder kontrovers diskutiert . Kaffee hatte lange Zeit einen schlechten Ruf, jetzt vermutet man einen risikosenkenden Einfluss, insbsondere auf die Entstehung von Endometrium- oder Leberkrebs, solange er nicht kochend heiß getrunken wird.

Tee

Dem Tee werden gesündere Aspekte zugeschrieben, insbesondere der Grüntee aufgrund seines hohen Gehalts an Epigallocatechingallats. Dadurch wird eine Senkung des Krebsrisikos wird vermutet. Einen anerkannten Stellenwert zur Prävention oder Behandlung gibt es aber bislang noch nicht.

Milch

Milch liefert viele lebensnotwendige Nährstoffe wie Proteine, Zink,Vitamin B12, Kalzium und Jod. Besonders der Konsum von fermentierten Milchprodukten wirkt sich auf den Magen-Darm-Trakt positiv aus und kann das Risiko einer Darmkrebserkrankung senken. Andererseits geht eine hohe Kalziumzufuhr mit einem erhöhten Prostatakarzinomrisiko einer, da eine zu hohe Kalziumzufuhr zu einer verstärkten Zellproliferation in der Drüse führen kann

Was hat Harry Potter mit Gesundheitsvorsorge zu tun?

Vorsorge in der Urologie

Im Laufe der Jahre hat das Thema Vorsorge erfreulicherweise immer mehr Aufmerksamkeit erhalten und erreicht auch gesunde, jüngere Menschen.
Udo Schenk ist vielen als Schauspieler Dr. Kaminski aus „In aller Freundschaft“ bekannt. Noch einprägsamer ist jedoch seine Stimme. Er hat bereits einige namhafte Rollen gesprochen, darunter auch den eindrucksvollen Voldemort aus der Blockbuster-Serie der Harry-Potter-Verfilmungen. Aber was das alles mit Gesundheitsvorsorge zu tun hat? Eine ganze Menge. Udo Schenk ist seit einem Jahr Gesicht der FFF-Kampagne „Für alle. Für jeden. Für uns. Die Urologie.“ und ruft nun mit seiner „Voldemort-Stimme“ Menschen aller Altersklassen auf, zur Früherkennung zu gehen.
Schauen Sie sich den Clip auf YouTube an, teilen Sie ihn und leiten Sie ihn weiter:

Therapieoption der kindlichen Blasenüberaktivität

Therapieoption der kindlichen Blasenüberaktivität mit transkutaner elektrischer Nervenstimulation

In der aktuellen Leitlinie der internationalen Kinderkontinenzgesellschaft wird in der Behandlung der überaktiven Blase als Ergänzung die transkutane elektrische Nervenstimulation ( TENS) empfohlen. Hierbei erfolgt eine Applikation von Reizstrom ( Frequenz 10 Hz mit einer Stromstärke von 5 – 20 mA) über aufgeklebte Elektroden im Bereich der Foramina S3 der Sakralregion. Es kommt dabei zu einer Stimulation der Nerven, die sich positiv auf die Verarbeitung von Reizen aus dem unteren Harntrakt als auch auf die Aktivität von Beckenboden und Schließmuskel auswirken. Ziel ist es, die Koordination dieser Strukturen zu verbessern und die Blasenmuskelaktivität zu bremsen. In klinischen Studien konnte bei Kindern mit Blasenüberaktivität eine Zunahme der Blasenkapazität, eine Abnahme von Harndrang, Verbesserung der Kontinenz und Reduktion von Harnwegsinfekten gezeigt werden. Ein standardisiertes Therapieprotokoll existiert noch nicht, jedoch wird empfohlen, dass die Therapie über 12 Wochen einmal täglich für 60 Minuten durchgeführt werden sollte, möglichst im Sitzen, um ein Verrutschen der Elektroden zu vermeiden. Unter dieser Therapie sollte ein Therapiekalender geführt werden.
Voraussetzungen der TENS-Therapie:
  • Blasenüberaktivität mit reiner Tagessymptomatik
  • Diagnostik nach Leitlinie ( Urinkultur, Sonographie, Miktionsprotokoll, Uroflowmetrie mit EMG)
  • Standardurotherapie ist erfolglos geblieben
  • Vorbehandlung mit anticholinergen Medikation ist keine Voraussetzung
Gelesen und teilgenommen für Sie an einem Vortrag von Dr. Michael van Husen (Osnabrück) und Dr. Christian Steuber (Bremen)

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

 

Therapiealternative bei Patienten mit oberflächlichen Blasenkarzinom

Zur Rezidivprophylaxe von oberflächlichen Harnblasenkarzinomen können Chemotherapeutika (z. B. Mitomycin C) oder Immuntherapeutika (z. B. BCG) in die Harnblase instilliert werden. Auf Induktion sollte immer eine Erhaltungstherapie folgen. Ziel der weiteren intravesikalen Therapie ist es, das Rezidivintervall zu verlängern und das Fortschreiten der Tumore zu verhindern. Das Bacille Calmette-Guérin (BCG) ist ein von den Franzosen Albert Calmette (1863–1933) und Camille Guérin (1872–1961) Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Wildtyp des Mykobakteriums Mycobacterium bovis durch dauernd wiederholte Fortzüchtung entwickeltes abgeschwächt-virulentes Bakterium, welches eine effektive Therapie des „Hochrisko Nicht-Muskelinvasives Blasenkrebses“  in der Therapie und Rezidivvermeidung darstellt. In 30 % der Fälle kommt es jedoch zum Abbruch der BCG-Therapie aufgrund von fehlender Wirksamkeit, Fortschreiten der Erkrankung unter Therapie bzw. aufgrund starker Nebenwirkungen.

Gibt es eine Alternative für diese Patienten?

Nadofaragene Firadenovec  ist eine Gentherapie, die für die Therapie von „BCG-Versagern“ entwickelt wurde. Die Therapie basiert auf Interferon (IFN)α-2b, einem potenten Antitumormedikament. Nado ist ein Adenovirus, das gemeinsam mit Syn3 administriert wird. Über den Virus wird das humane IFNα-2b-Gen in das Urothel eingebracht. Dadurch kann in der Blase ein konstant hoher Spiegel von IFNα erzielt werden. Die Antitumoraktivität von IFNα ist bereits lange bekannt. Shore et al haben im Rahmen einer Phase-III-Studie die Effizienz und Sicherheit von Nado in der Therapie des hochgradig agressiven oberflächlichen Blasentumors, welche nicht auf BCG ansprechen, untersucht: Ergebnis: 53,4% der Patienten zeigten ein komplettes Ansprechen während einer 12-monatigen Periode. Das zystektomiefreie Überleben ( d.h. die Harnblase musste nicht vollständig operativ entfernt werden ) betrug 65% nach 2 Jahren. Die Therapie mit Nado wurde gut toleriert. Nur 3 Patienten (2%) hatten eine ernste therapieassoziierte Nebenwirkung.