Japanische Studie zweifelt an Schutzimpfung Gardasil

Eine Studie japanischer Forscher in einem Fachmagazin streut Zweifel an der Schutzimpfung Gardasil 9 gegen HPV-Viren, welche Auslöser u.a. von Gebärmutterhalskrebs sein können.

Japanische Forscher wollen darin belegen, dass extrem hohe Dosen des Impfstoffes in Mäusen ein schweres neurologisches Syndrom verursachen können.

Nach Angaben des Journals “Science” fordern zahlreiche Wissenschaftler, die Arbeit der Japaner zurückzuziehen, da ihre Arbeit bzw. Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar ist- unter anderem, weil den Mäusen eine tausendfach höhere Dosis verabreicht wurde.  Der Aufbau des Experiments entspricht nicht einer Immunisierung gegen HPV , sondern stellt eine extreme Überdosierung und damit eine  Manipulation dar.

Diese Publikation ist ein Fest für die “Anti-Vaxxer”. So werden Impfgegner genannt, die vornehmlich in sozialen Medien Verschwörungstheorien über Impfstoffe verbreiten. Die Kampagnen der Impfgegner haben deutliche Effekte: Berichte von angeblichen, nicht bewiesenen Nebenwirkungen säen weltweit systematische Zweifel. Die Impfquote in Indien, Japan und auch Dänemark ist teilweise  auf nahezu 0 Prozent gefallen.

Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass die HPV-Impfung sicher und wirksam ist. ( Robert-Koch-Institut in Berlin)

Jährlich sterben weltweit 270 000 Frauen an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs – verhinderbar durch zwei Schutzimpfungen vor dem ersten sexuellen Kontakt!

 

Update Uroonkologie – was gab´s neues 2018?

Prostatakarzinom

Diagnostik

Eine Studie von Audenet et al führt eindrucksvoll vor Augen, dass die konventionelle Prostatastanzbiopsie ein suboptimales Verfahren darstellt.

Die Vorteile der mpMRT-Fusionsbiopsie wurde im Rahmen der PRECISION-Studie untersucht: in 38 % der Fälle konnte ein signifikanter behandlungsbedürftiger  Krebs nachgewiesen werden im Vergleich zu 26 % bei der konventionellen Biopsie.

Therapie

Neben den immer zahlreicher werdenden spezifischen Therapieansätzen können offenbar auch andere Faktoren die Sterbewahrscheinlichkeit ( = Mortalität) beeinflussen:bei  High risk-Prostatakarzinompatienten, die Metformin oder Cholesterinsenker der Statingruppe einnahmen, konnte eine Senkung der Mortalität nach 6 Jahren gezeigt werden.

Bei Patienten mit einer geringen Metastasenlast ( < als 5 Knochenmetastasen ) konnte ein Benefit nachgewiesen werden, wenn diese nicht nur eine Hormonentzugstherapie bekamen, sondern zusätzlich eine lokale Strahlentherapie  erhielten( HORRAD-Studie und Up-Date zu Stampede) .

Für Patienten mit einem bereits gestreuten hormonsensitiven Prostatakarzinom bzw. mit einem  regional lymphknotenpositiven oder lokal fortgeschrittenenen Tumor konnte ein signifikantes besseres Gesamtüberleben nachgewiesen werden, wenn diese eine Kombinationstherapie aus Hormonentzugstherapie und Abirateron erhielten. ( Update zum Stampede-Arm).

Enzalutamid sollte erst nach Abirateron eingesetzt werden ( Khalaf et al, Aquariusstudie).

 

Nierenzellkarzinom

Die organerhaltende Nierentumorresektion ist weiterhin die Therapie der Wahl.

Eine direkte medikamentöse Behandlung von Patienten mit hohen Metastasierungsrisiko führt zu keiner Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Die Carmenastudie legt nahe, dass beim metastasierten Nierenzellkarcinom mit schlechten Risikoprofil keine operative Nierenentfernung mehr erfolgen sollte.

Kombinationstherapie mit Immuntherapeutika und Avelumab könnten die Therapie in naher Zukunft verbessern.

 

Blasentumor

Die Blasenspiegelung stellt weiterhin den Goldstandard in der Diagnose und Nachsorge dar.

Urinbasierte Marker ( bsp. NMP 22, etc.)  haben sich bislang noch nicht im klinische Alltag durchgesetzt. Ein neuer Ansatz sind sogenannte ” elektronische Riechnasen” ( E-Nose), deren Einsatz und Handhabung sehr einfach ist. Erste Daten an 70 Patienten ergaben eine 93% Trefferquote ( Arbeitsgruppe  um Heers et al)

 

 

Interstitielle Cystitis ( IC )

Die Interstitielle Cystitis ist eine nicht-infektiöse, chronisch entzündliche Erkrankung der Harnblase, die mit Schmerzen, Harndrang und nächtlichen Wasserlassen in unterschiedlicher Ausprägung  einerhergeht.

Überwiegend sind Frauen mittleren Alters betroffen und haben oftmals einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, da die Krankheit häufig erst spät diagnostiziert wird.  Knapp 90 % der Betroffenen leiden unter erkrankungsbedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bei denen der Konsum der betreffenden Nahrungsmittel die Symptomatik hervorruft oder verschlimmert.

Die Ursache für  IC konnte bislang nicht vollständig aufgeklärt werden.

Als Entstehungsursache werden diskutiert:

– hohe Immunglobulin-Konzentrationen im Urin ( Enzündungsreaktion)

– Lebensmittelunverträglichkeiten ( Histaminintoleranz)

-Beckenbodenhypertonie

-Endometriose

Therapieansätze:

  • medikamentös: Pentosanpolysulfat

Amitryptilin

Metamizol

  • Hydrodistension ( Überdehnung der Harnblasenwand zur Regeneration von Nervenfasern durch antientzündlichen Effekt sowie Verringerung des Nervenwachstums
  • Instillationstherapie zum Wiederaufbau der Blasenschutzschicht ( GAG-Schicht)
  • Physiotherapie -Beckenbodenrelaxierung

 

 

 

Europäischer Urologenkongress Barcelona

Highlights vom Europäischen Urologenkongress in Barcelona:

Nierenkrebs:

Das PSMA PET könnte einen wichtigen Stellenwert als bildgebendes Verfahren zukünftig sowohl im Rahmen der Erstdiagnose als auch zur Beurteilung des therapeutischen Effektes einer systemischen Behandlung bei metastasierten Patienten haben.

Bei der Organ erhaltenden Nierentumorchirurgie sind die Ergebnisse auch bei komplexen Tumoren  zwischen der Schlüsselloch und der offenen Operation im Wesentlichen vergleichbar. Für die minimal invasiv operierten Patienten wurde eine schnellere Erholung von dem Eingriff und eine geringere Komplikationsrate festgestellt.

Blasenkrebs:

Die SAUL Studie konnte den Stellenwert einer Behandlung des invasiven lokal fortgeschrittenen und metastasierten Blasenkrebs mit dem Checkpoint Inhibitor Atezolizumab insbesondere bei älteren und Patienten mit feingeweblich nicht-urothelialer Differenzierung bei guter Verträglichkeit belegen.

Beim nicht-muskelinvasiven Krebs, der auf eine BCG Instillationstherapie nicht anspricht, konnte laut Keynote 057 Studie festgestellt werden, dass die Behandlung mit dem Checkpoint Inhibitor Pembrolizumab eine weitere wirksame Behandlungsoption für diejenigen Patienten darstellt, bei denen eine radikale Entfernung der Blase nicht in Frage kommt.

Prostatakrebs:

Die MRT Untersuchung wird von der Europäischen Urologischen Gesellschaft bei allen Patienten vor einer geplanten Biopsie empfohlen. Ob zukünftig eine abgespeckte Untersuchung (sog. schnelle biparametrische MRT) ausreichend ist wird weiter untersucht.

Im Rahmen einer aktiven Überwachung könnte die MRT Untersuchung regelhafte Folgebiopsien verzichtbar machen, da ein klinisches Fortschreiten des Tumors hierdurch meist erkannt wird.

Ein nach der radikalen Operation nicht unter die Nachweisgrenze abfallender PSA Wert ist mit einem schlechten klinischen Verlauf und einer höheren Sterblichkeit verbunden. Hier sollte frühzeitig über eine Bestrahlung gesprochen werden.

Funktionelle Urologie:

Gute Behandlungserfolge bei der sog. Mini-Schlinge zeigen sich nun auch im Langzeitverlauf von über 10 Jahren bei der Behandlung der weiblichen Urininkontinenz.  Der Vorteil gegenüber den herkömmlichen Schlingenverfahren ist der vergleichbar kleinere Eingriff und eine geringere Komplikationsrate.

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung könnte die die Embolisation der Prostatagefäße eine Alternative zur herkömmlichen operativen Schlingenresektion bei vergleichbaren funktionellen Ergebnissen und geringerer Komplikationsrate darstellen.

Erektionsstörungen bei erhöhtem Homocysteinspiegel

30-52 % der 40 bis 70-jährigen Männer leiden unter einer milden bis moderaten sexuellen Funktionsstörung.

Ursächlich sind unter anderem Durchblutungs- oder Fettstoffwechselstörungen.

In einer aktuellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel mit einer Durchblutungsstörung assoziert sein kann. Dies kann in weiterer Folge zu einem signifikanten Vitamin-B-Mangel führen.

In einer Dosisfindungsstudie zur Senkung des erhöhten Homocysteinspiegels stellte sich ein Komplex , bestehend aus 50 mg B6, 1mg B12 und 1 mg Folsäure am effektivsten heraus. Darunter konnte bei 96,6 % der Patienten innerhalb von 3 Monaten eine Verbesserung der Erektionsschwäche erzielt werden.

Homocystein ist somit nicht nur ein früher Prädiktor und Risikofaktor in der Diagnose der Erektionsstörung, sondern kann auch ein Warnzeichen für Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall darstellen.

 

 

 

 

Warum die Beckenbodenmuskulatur so wichtig ist

Den Beckenboden sieht und spürt man nicht, doch die Muskeln des Beckenbodens kann man willkürlich bewegen. Man kann sie anspannen und wieder locker lassen – wie die Muskeln in Armen oder Beinen. Den Beckenboden sollte man gezielt trainieren, denn erspielt eine tragende Rolle. Er lässt uns aufrecht gehen, trägt unsere inneren Organe und sorgt dafür, dass Blase und Darm sich nur dann entleeren, wenn wir es auch möchten. Ist der Beckenboden geschwächt, kann das früher oder später zu gesundheitlichen Problemen führen. Mit gezieltem Beckenbodentraining kann man deshalb gar nicht früh genug beginnen.

Gutartige Prostatavergrößerung

Fast jeder Patient mit gutartiger Prostatavergrößerung muss einmal pro Nacht Wasser lassen, 3 von 4 Betroffenenen sogar zweimal bzw. öfters. Diese nächtlichen Toilettengänge sind nicht nur störend, sondern auch mit erheblichen gesundheitschädlichen Risiken behaftet: Tagesmüdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationstörungen können die Folge sein und die nächtliche Sturzgefahr ist deutlich erhöht.

Therapieoptionen

medikamentös: initial mit pflanzlichen Präparaten z.B. mit Sabal-Urtica-Extrakt, bei fehlender Wirksamkeit oder Symptomverschlechterung werden z.B. mit Alpharezeptorenblocker empfohlen.

operativ: absolute Indikationen zur Operation sind wiederholter Harnverhalt bzw. Harnwegsinfektionen, Blasenblutungen, Blasensteine oder Nierenabflußstörungen.

Eine weitere wichtige Massnahme ist eine Veränderung des Lebenstils:

– Einschränkung der abendlichen Trinkmenge

– Kein Alkohol und Nikotin am Abend, Vermeiden von scharfen Gewürzen

– Entleerung der Blase vor dem Schlafengehen

– Hochlegen der Beine bei Ödemen bzw. Tragen von Kompressionstrümpfen

– Erlernen von konditionierenden Techniken zur Unterdrückung des Harndranges

– sinnvolles Timing harntreibender Medikamente

Da die gutartige Prostatavergrößerung eine fortschreitende Erkrankung ist, sind regelmäßige Nachkontrollen erforderlich, um eine Adaptierung der Therapie frühzeitig zu veranlassen,  um Folgeschäden zu verhindern.

Neue Therapoieoption beim fortgeschrittenen Prostatakrebs

Mit Apalutamid  wurde im Januar 2019 ein neuer Androgenrezeptorblocker zur Hormonentzugstherapie des Prostatakarzinoms zugelassen. Indiziert ist er zur Behandlung von Prostatakrebspatienten, deren Erkrankung kastrationsresistent ( nicht mehr wirksam unter Therapie mit ADT )  geworden ist, aber noch keine Töchtergeschwulste ( = Metastasen) gebildet hat.

Das Ziel: Die Entwicklung von Metastasen soll hinausgezögert werden , wobei die Lebensqualität länger erhalten bleiben soll.

Die Empfehlung basiert auf den Daten der randomisierten, placebokontrollieren Phase-III-Studie SPARTAN mit 1207 Männern mit einem solchen Karzinom, die zu Studienbeginn noch keine Metastasen gebildet hatten.

Studienergebnisse:

– Die Patienten in der Apalutamid-Gruppe lebten deutlich länger ohne Metastasen als Patienten, die Placebo ( = ein  Arzneimittel, das keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine pharmakologische Wirkung hat) erhielten: bis zum ersten Nachweis von Metastasen vergingen unter Apalutamid 40,5 Monate gegenüber 16,2 Monaten unter Placebo.

– Auch die Zeit bis zum symptomatischen Fortschreiten der Erkrankung war mit Apalutamid deutlich länger.

 

 

 

 

 

Krebsinformationstag Hannover am 16.02.19

In Hannover findet dieses Jahr der Krebsinformationstag im Hotel Wienecke statt. Am Samstag den 16. Februar 2019 sind Sie ab 10 Uhr eingeladen, sich die verschiedenen Vorträge anzuhören. In folgendem Flyer erhalten Sie weitere Informationen:

Zu Flyer des Krebsinformationstags

Ein bisschen Spaß muss sein

Bei uns ist jeder Patient willkommen und wird durch unsere Mitarbeiter freundlich und kompetent betreut. Auf bei Sorgen oder Ängsten sind wir für Sie da und helfen Ihnen auch in unangenehmen Situationen. Scheuen Sie sich nicht, auf uns zu zukommen.