Probase Studie

Probase Studie

Kann das PSA-Screening zeitlich nach hinten verschoben werden?

Ziel dieser Studie ist die Etablierung einer standardisierten risikoadaptieren Screening-Stratregie zur Prostatakrebsfrüherkennung. Dieses Projekt soll zeigen, ob der Beginn bei 45 Jahren oder 50 Jahren liegen soll.

Insgesamt wurden 47 000 Männer aus Hannover, Düsseldorf, Heidelberg und München rekrutiert.

Die erste Analyse zeigte, dass 90% der Männer mit ihrem Basis-PSA im Niedrigrisikobereich lagen und daher die Wiederholung des PSA-Tests auf 5-jährliche Abstände reduziert werden konnte.

Nur bei 50 % der Männer aus der Hochrisikogruppe ( PSA > 3 ng/ml) bestätigte sich dieser Wert in der Kontrolluntersuchung. So wurde nur 0,8 % aller Männer mit 45 Jahren eine weitere Diagnostik empfohlen. Diese zeigte in 35% ein Prostatakrebs.

Weitere Analysen werden in den folgenden Jahren folgen mit unter anderem dem Ziel eine Überdiagnostik zu vermeiden.

Behandlung der Varikozele testis in Kindes- und Jugendalter

Die Varikozele ist eine sicht- und/ oder tastbare Erweiterung eines Venengeflechts im Bereich des Hodens. In der Regel ist sie linksseitig lokalisiert.
Bei Kindern tritt die Varikozele sehr selten auf, bei Jugendlichen zwischen 14-20%.

Die Varikozele ist meist asymptomatisch und stellt meist einen Zufallsbefund im Rahmen der J-1 Untersuchung dar.

Klinisch wird diese Erweiterung in 3 Schweregrade eingeteilt. Bis zu 20 % der Patienten können im späteren Alter Probleme mit der Fruchtbarkeit bekommen.

Einige Studien haben gezeigt, dass eine frühzeitige Behandlung der Varikozele die Qualität der Spermiogramme verbessern kann, andere Studien konnten keinen Benefit nachweisen.

Dies bedeutet, dass Urologen und Kinderärzte zunemend mit der Frage konfrontiert werden, ob eine Intervention erforderlich ist oder nicht, ohne dass es klare Empfehlungen gibt.

Mögliche Indikationen für eine operative Therapie

· eine persistierende Größendifferenz der Hoden ( > 20% über mindestens 6 Monate)
· Schmerzen im Bereich des Venegeflechts
· 2 pathologische Spermiogramme
· zusätzlich fruchtbarkeitseinschränkende Faktoren ( Einzelhoden, Chemotherapie, Medikamente, genetische Ursachen…)

Information zur Steinmetaphylaxe

Die tägliche Trinkmenge sollte bei 2,5 – 3l in 24 Stunden liegen, davon unbeschränkt Leitungswasser, Früchte –und Kräutertees. Schwarzer Tee, Bohnenkaffee Alkohol und zuckerhaltige Limonaden sollten reduziert werden. Die tägliche Kochsalzaufnahme sollte 5 g/Tag nicht überschreiten. Die Calciumaufnahme sollte max. 0,8 g/Tag betragen. Eine Urinalkalisierung auf einen Urin-ph von 6,8 wird empfohlen. Die Alkalisierung kann durch Zitrussäfte bzw. Alkalizitrate erfolgen (beispielsweise Uralyt U, Nephrotrans bei Niereninsuffizienz, Blemaren.) Der Urin sollte bei Steinabgang immer gesiebt werden, bei Steinnachweis sollte stets eine Steinanalyse erfolgen. Eine medikamentöse Litholyse der Harnsäuresteine kann erfolgen mit beispielsweise Blemaren, Apocit, Uralyt-U, Nabic oder Nephrotrans mit einem Ziel-ph-Wert von 7-7,2.
 

Je nach Steinbefund sollte eine Ernährungsumstellung erfolgen:

  • Calciumhaltige Konkremente: Reduktion von Joghurt, Milch, Hartkäse, Rhabarber und Schokolade, maximal 150 g Fleisch, Fisch Geflügel oder Wurstwaren / Tag
  • Oxalathaltige Steine: Reduktion von Rhabarber, Spinat, Nüssen, schwarzer Tee und Kaffee
  • Harnsäuresteine: Inneren, Fisch und Wild nur in geringen Maßen
Vorsicht ist geboten bei Arzneistoffen wie Calcium, Vitamin D, Kortikosteroide, Antibiotika (Sulfonamide, Aminopenicilline, Cephalosporine, Chinolone und Furane), welche eine Steinbildung begünstigen können. Entwässernden Medikamente, Antazida und Antiepileptika begünstigen eine Steinbildung. 3-6 monatige sonographische Kontrollen werden empfohlen, sowie bei wiederholter Steinbildung eine 24-h-Sammelurinuntersuchung. Bei akuten Koliken mit insbesondere Temperatur über 38 Grad Celsius ist eine sofortige Klinikvorstellung erforderlich.

Kinderurologie – Was tun bei niedrigen Refluxgrad?

Kinderurologie – Was tun bei niedrigen Refluxgrad?

(Rückfluß von Urin aus der Blase zurück in den Harnleiter)
  • 1,8 % der Säuglinge und Kleinkinder sind davon betroffen
  • Ursächlich ist eine fehlerhafte Einmündung des Harnleiters in die Harnblase
  • typische Klinik: fieberhafte Harnwegsinfekte
  • Die Diagnose erfolgt mit Ultraschall und Röntgen (MCU)
  • Einteilung in 5 Schweregrade VUR I-IV

Aktuelle Empfehlungen anhand der aktuellen EAU-Leitlinie

Im 1. Lebensjahr :
  • nach fieberhafter Harnwegsinfektion Antibiotikadauerprophylaxe zur Verhinderung einer Rezidivinfektion und damit verbundenen Gefahr der Nierenschädigung
  • ohne klinische Beschwerden  „watch and wait“
  • bei nicht-beschnittenen Jungen eventuell Vorhauttweitende Therapie mit Cortison.
Nach dem 1.Lebensjahr:
  • „Low risk“ Gruppe ( beschnittene Jungen und Mädchen ohne Blasenfunktionsstörung ) : keine Antibiotikaprophylaxe
  • „High risk“ Gruppe ( unbeschnittene Jungen und Mädchen mit Blasenfunktionstörungen) :  Antibiotikadauerprophylaxe empfohlen und Therapie der Blasenfunktionsstörung
Bei Durchbruchsinfektionen unter Antibiotikatherapie kann fallorientiert eine operative Refluxkorrektur erfolgen

Testosterongabe – gefährlicher Lifestyle?

Testosterongabe- gefährlicher Lifestyle?

Ärzte aus den USA haben anhand einer Datenbankanalyse das Risiko auf Thromboembolie ( Verschluß eines Gefäßes durch ein Gerinnsel) unter einer Testosteronersatztherapie analysiert: Männer mit Testosteronmangel , die 6 oder 3 Monate vor der Thromboembolie , ein Testosteronpräparat erhalten haben,  hatten ein 2,3 faches Risiko gegenüber der Normalbevölkerung, unabhängig von der Applikationsart ( i.m. Spritze und Gel über die Haut).

Insbesondere war das Risiko bei Männern unter 65 Jahren erhöht.

Nach 6 Monaten  nimmt das Risiko wieder ab.

Fazit

diesen Ergebnissen zufolge erhöhte eine Testosteronersatztherapie kurzfristig das Risiko für Schlaganfälle, weshalb diese Präparate nicht leichtfertig und bei Patienten ohne Symptome verschrieben werden sollten.

CARD-Studie

Neues vom Prostatakarzinom – die „CARD-Studie“

Ziel der Studie war die Überprüfung anhand retrospektiver Daten , ob eine Chemotherapie mit Cabazitaxel in der Drittlinie des metastasierten
Prostatakrebses einer Therapie mit einem Medikament, welches gegen den Androgenrezeptor gerichtet ist, überlegen ist.

Ergebnis:

  • Cabazitaxel ist nach Vorbehandlung mit Docetaxel und Arbirateron/ Enzalutamid signifikant überlegen
  • Das zeigt sich sowohl in einem verlängerten Gesamtüberleben und als auch verlängerten Tumoransprechen
  • schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht signifikant häufiger auf
  • Dosisreduktion für ältere Patienten ergab eine „Nicht-Unterlegenheit“ gegebenüber der normalen Dosis.

Stellungnahme der deutschen Gesellschaft für Urologie zur Prostatakrebsvorsorge

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Urologie

Hier können Sie die Stellungnahme durchlesen und sich über die neuesten Erkenntnisse zur Prostatakrebsvorsorge informieren:

ZU DEN PATIENTENINFORMATIONEN

Das Mikrobiom der Harnblase – ein Mysterium?

Der Mythos „sterile Blase oder keimfreier Urin“ hält sich bereits seit vielen Jahren hartnäckig. Doch modernste Technologien erlauben die Entdeckung ursprünglich schlecht oder nicht kultivierbare Bakterien, Mikroorganismen bzw.deren Abbaubbauprodukte in der Harnblase. Neue Studien beschreiben inzwischen ein komplexes Mikrobiom der Harnblase beim gesunden Menschen. Diese variieren je nach Alter und Geschlecht. Man vermutet jedoch ein gewisses „Kernmikrobiom“. Welche Funktion diese Keime übernehmen, ist allerdingt noch ungeklärt. Unterschiedliche protektive und stimulative Funktionen werden vermutet. Diskutiert werden:
  • elementare Rolle bei der Entstehung einer intakten Blasenschleimhaut
  • Produktion von antimikrobiellen Wirkstoffen
  • Verhinderung der Anhaftung von pathogenen Keimen an der Blasenschleimhaut
  • Erhalt der Schutzschicht der Blase
  • Stimulation der körpereigenen Immunabwehr.
Kommt es im Rahmen eines Harnwegsinfektes zum Einsatz von Antibiotika, werden nicht nur die Krankheitserreger bekämpft, sondern auch das schützende Mikrobiom der Blase angegriffen. In weiterer Folge kann es zu einer Massenvermehrung von Infektauslösenden Erregern ( z.Bsp. E.coli) kommen. Infolgedessen kann ein Teufelskreis  von wiederkehrenden Infektionen, Antibiotikatherapien und dadurch eine weitere Zerstörung des Blasenmikrobioms entstehen. Diese neuen Erkenntnisse legen nahe, dass auch ein Zusammenhang  zwischen geschädigten Blasenmikrobiom und überaktiver Blase sowie Inkontinenz bestehen. Ergebnisse laufender und künftiger Studien werden helfen, Hintergründe zu verstehen und neue schonendere Therapien für diese Blasenerkrankungen zu entwickeln. Ziel ist die Herstellung eines „gesunden“ Blasenmikrobioms und damit eine mögliche Heilung bzw. Linderung von chronisch Erkrankten.  

Lichen Sklerosus (LS) im Kindes- und Jugendalter

Eine unterschätzte Erkrankung!

Eine chronisch verlaufende Hauterkrankung des äußeren Genitals mit typischen Symptomen, Brennen, Jucken, Schmerzen. Die Häufigkeit des Auftretens im Kindesalter beträgt 0,1 %. Bei kindlichen Vorhautoperationen war der LS im Mittel in 35 % in der feingeweblichen Untersuchung zu finden. Klinisch zeigen sich bei Jungen weißlich-porzellanartige Veränderungen der Vorhaut, welche häufig mit Problemen beim Wasserlassen einhergehen. Bei Mädchen zeigen sich entzündlich – irritative Affektionen im Scheidenbereich, bei chronischen Verläufen entwickeln sich häufig Blasenentleerungstörungen.   Therapie:
  • akute Therapie : Clobetasolpropionat 0,05 %
  • Langzeit-Therapie: Mometason  mit mehrtägigen Pausen
  • „Off-Label“: Tacrolimus, Pimecrolimus
  • Beschneidung der Jungen mit anschließender 3-6 monatiger Cortisonbehandlung.
  • Supportive Massnahmen wie rückfettende Salben, Schutzsalben vor dem Toilettengang und weiche Unterwäsche sind sinnvoll
  • Mädchen benötigen immer eine konsequente Langzeitbetreung über die Pubertät hinaus.
  • Eine Langzeitnachsorge sollte mindestens 5-10 Jahre erfolgen!!!!
   

Dr. Google – Fluch oder Segen?

Nach der Diagnose eines Prostatakrebs suchen viele betroffene Männer Rat im Internet, um an zusätzliche Informationen zu gelangen.

Inwiefern unterschiedliche Informationsquellen die Unsicherheit und Angst beeinflussen , wurde nun in einer Studie mit 150 Männern mit Prostatakrebs untersucht: im Rahmen einer Beobachtungsstudie wurden die Probanden hinsichtlich soziodemographische Unterschiede, Anzahl und Art der verwendeten Informationsquellen, selbst empfundener Informiertheit und krankheitsspezifischer Angst befragt.

Die Ergebnisse zeigten, dass bereits viele Männer das Internet als Informationsquelle nutzen und Onlinesuche mit einer erhöhten Krankheitsangst assoziert ist.

Ein  Fazit ist, dass Angst und Unsicherheit reduziert werden könnten, wenn Ärzte ihre Patienten bei der Auswahl von verlässlichen Online-Quellen beraten würden.