Macht Fahrradfahren impotent?

Radfahren ist eine der beliebtesten Sportarten in Deutschland.

Jedoch kamen in den letzten Jahrzenten immer wieder Studien auf, welche bezüglich Potenzproblemen und Radfahren widersprüchliche Ergebnisse lieferten.

Dr.med. Stefan Staudte, Urologe und Bike-Experte, hat sich mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt.

Aus seiner Sicht ist das Auftreten einer erektilen Dysfunktion in Zusammenhang mit dem Fahrradfahren eher selten, jedoch möglich, jedoch meist vorübergehender Natur: am ehesten bekommen  Sportler Probleme, die sehr lange und intensive Touren fahren und die Wahrnehmung von Schmerzen bzw. ungünstigen Sitzpositionen verdrängen.

Die genaue Ursache ist bisher noch unklar: es wird vermutet, dass durch verstärkten Druck auf den Damm es zu einer verminderten Durchblutung des Schwellkörpers kommt und es längerfristig zur Neubildung von minderwertigen Bindegewebe kommt.

Eine vorbeugende Maßnahme ist, dass jeder Fahrradfahrer für sich den geeigneten Sattel anpassen lässt. Die Sattelauswahl sollte so erfolgen, dass der Sattel keinen Druck auf den Damm unterhalb des Schambeins ausüben kann und der Sitzdruck auf die Sitzbeinhöcker verlagert wird. Dies schont ebenso den Nervus pudendus, welcher ebenso geschädigt werden kann durch einen fehlerhaften Sattel.

Besonders Patienten mit urologischen Voroperationen sollten zusätzlich eine Druckanalyse i.R. der Sattelanpassung durchführen lassen, um langfristige Schäden und Beschwerden zu vermeiden.

Schnelltest für den Nachweis von Antikörpern gegen HPV 16

NEU FÜR SIE IN UNSERER PRAXIS!

Prevo- Check – der Schnelltest für den Nachweis von Antikörpern gegen HPV 16 -Viren im Blut

Humane Papillomviren sind Auslöser für viele unterschiedliche Erkrankungen, wie beispielsweise Genitalwarzen, Gebärmutterhalskrebs, aber auch Karzinome im Mund-Rachen-Raum.

Während Frauen überwiegend von Anogenitalkarzinomen betroffen sind, erkranken Männer in Deutschland in erster Linie an Mund-Rachen-Krebs.

Noch bis vor einigen Jahren waren Alkohol und Rauchen die häufigsten Ursachen für diese Krebsart. Inzwischen werden die meisten Fälle durch HPV 16 ausgelöst, möglicherweise als Folge eines veränderten Sexualverhaltens.

Im Frühstadium sind Kopf-Hals-Tumore meist symptomlos, aber die Früherkennung dieser Tumore ist massgeblich für eine gute Prognose. Mit einem neuen immunologischen Schnelltest können HPV-bedingte Krebsvorstufen und Karzinome in Frühstadium sicher entdeckt werden. Für die Durchführung wird nur ein Tropfen Blut benötigt, das Ergebniss liegt innerhalb von 30 Minuten vor.

Ein negatives Ergebnis zeigt, dass keine Anzeichen für eine Tumorentstehung durch HPV 16 gefunden wurde.

Ein positives Ergebnis bedeutet, dass es wahrscheinlich zu Zellveränderungen gekommen ist und eine urologische/ gynäkologische Abklärung erforderlich ist und ein HNO-Arzt den Mund-Rachen-Raum inspizieren sollte! Ist eine Behandlung notwendig, ist diese noch meist gut behandelbar und erfolgreich!

Falls Sie diese Vorsorge wünschen, sprechen Sie uns gerne darauf an!

 

Brauchen unsere Kinder “Pippi-Trainer” ?

Eine Pilotstudie zum Trink-und Entleerungsmanagement in Kitas

Immer mehr Kinder werden bereits im Baby- oder frühen Kleinkinderalter in Einrichtungen tagsüber fremdbetreut, damit, entsprechend der modernen Familienpolitik, Kinderwunsch und berufliche Weiterentwicklung vereint werden kann.

Zwangsläufig verlagern sich Erziehungsaufgaben, wie “Sauberkeitstraining” aus der Familie in diese Einrichtungen.

Eine aktuelle Studie über einen Zeitraum von 3 Monaten mit Mitarbeitern von 40 Kindertagesbetreuungenseinrichtungen hat sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern die Kontinenzerziehung strukturiert erfolgt, organisatorische Bereiche für “Trink-und Entleerungsmanagement” existieren,  sowie die persönliche Einschätzung der Sauberkeitserziehung wurden hinterfragt.

Fazit der Studie:

ein überprüfbares Kontinenzerziehungskonzept existiert bisher in keiner der Einrichtungen: 85% der Kinderbetreuer wünschen sich die Etablierung eines interprofessionellen Kontinenzbildungskonzeptes im Kindesalter.

Zudem  müssten die im Kindergarten tätigen Erzieher ein gezielt urotherapeutisches fundiertes Schulungsprogramm erhalten, welches sich förderlich auf die Kommunikation zwischen Eltern und den Betreuungseinrichtungen auswirken  würde und den betroffenenen Kindern zu mehr Lebensqualität verhelfen würde.

Eine neue Therapie bei Harninkontinenz und urogenitalen Syndrom

International spielt die vaginale Lasertherapie bei der Behandlung der erstgradigen Belastungsinkontinenz und des urogenitalen Syndroms der Menopause (eine immer größere Rolle).

Zum Einsatz kommt ein CO2-Laser, welcher die Kollagenbildung zwischen Schleimhaut und Muskulatur stimuliert. Dadurch werden die inneren Wände der Vagina gestärkt, die Funktion der Organe im Beckenbodenbereich verbessert und die Risiken für Blasen -und Scheideninfekte gemindert.

Die Lasertherapie  eignet sich für die Behandlung von

-chronischer Schleimhautentzündungen im Bereich der Scheide

– Hormonmangel

– chronischen Juckreiz

– Lichen sclerosus

– vaginale Straffung ( z.bsp. nach einer Geburt)

– Stressinkontinenz

 

Diese Therapie ist ein sicheres Verfahren, welches ergänzend bzw. alternativ zu Hormongabe, Beckenbodengymnastik oder operativen Eingriffen eingesetzt werden kann.

Alle bisher publizierten Daten zeigen ein Ansprechen der Lasertherapie bei geringen Nebenwirkungen, hoher Patientenakzeptanz – und zufriedenheit sowie ein Langzeitansprechen bis mindestens 12 Monate.

 

Japanische Studie zweifelt an Schutzimpfung Gardasil

Eine Studie japanischer Forscher in einem Fachmagazin streut Zweifel an der Schutzimpfung Gardasil 9 gegen HPV-Viren, welche Auslöser u.a. von Gebärmutterhalskrebs sein können.

Japanische Forscher wollen darin belegen, dass extrem hohe Dosen des Impfstoffes in Mäusen ein schweres neurologisches Syndrom verursachen können.

Nach Angaben des Journals “Science” fordern zahlreiche Wissenschaftler, die Arbeit der Japaner zurückzuziehen, da ihre Arbeit bzw. Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar ist- unter anderem, weil den Mäusen eine tausendfach höhere Dosis verabreicht wurde.  Der Aufbau des Experiments entspricht nicht einer Immunisierung gegen HPV , sondern stellt eine extreme Überdosierung und damit eine  Manipulation dar.

Diese Publikation ist ein Fest für die “Anti-Vaxxer”. So werden Impfgegner genannt, die vornehmlich in sozialen Medien Verschwörungstheorien über Impfstoffe verbreiten. Die Kampagnen der Impfgegner haben deutliche Effekte: Berichte von angeblichen, nicht bewiesenen Nebenwirkungen säen weltweit systematische Zweifel. Die Impfquote in Indien, Japan und auch Dänemark ist teilweise  auf nahezu 0 Prozent gefallen.

Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass die HPV-Impfung sicher und wirksam ist. ( Robert-Koch-Institut in Berlin)

Jährlich sterben weltweit 270 000 Frauen an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs – verhinderbar durch zwei Schutzimpfungen vor dem ersten sexuellen Kontakt!

 

Update Uroonkologie – was gab´s neues 2018?

Prostatakarzinom

Diagnostik

Eine Studie von Audenet et al führt eindrucksvoll vor Augen, dass die konventionelle Prostatastanzbiopsie ein suboptimales Verfahren darstellt.

Die Vorteile der mpMRT-Fusionsbiopsie wurde im Rahmen der PRECISION-Studie untersucht: in 38 % der Fälle konnte ein signifikanter behandlungsbedürftiger  Krebs nachgewiesen werden im Vergleich zu 26 % bei der konventionellen Biopsie.

Therapie

Neben den immer zahlreicher werdenden spezifischen Therapieansätzen können offenbar auch andere Faktoren die Sterbewahrscheinlichkeit ( = Mortalität) beeinflussen:bei  High risk-Prostatakarzinompatienten, die Metformin oder Cholesterinsenker der Statingruppe einnahmen, konnte eine Senkung der Mortalität nach 6 Jahren gezeigt werden.

Bei Patienten mit einer geringen Metastasenlast ( < als 5 Knochenmetastasen ) konnte ein Benefit nachgewiesen werden, wenn diese nicht nur eine Hormonentzugstherapie bekamen, sondern zusätzlich eine lokale Strahlentherapie  erhielten( HORRAD-Studie und Up-Date zu Stampede) .

Für Patienten mit einem bereits gestreuten hormonsensitiven Prostatakarzinom bzw. mit einem  regional lymphknotenpositiven oder lokal fortgeschrittenenen Tumor konnte ein signifikantes besseres Gesamtüberleben nachgewiesen werden, wenn diese eine Kombinationstherapie aus Hormonentzugstherapie und Abirateron erhielten. ( Update zum Stampede-Arm).

Enzalutamid sollte erst nach Abirateron eingesetzt werden ( Khalaf et al, Aquariusstudie).

 

Nierenzellkarzinom

Die organerhaltende Nierentumorresektion ist weiterhin die Therapie der Wahl.

Eine direkte medikamentöse Behandlung von Patienten mit hohen Metastasierungsrisiko führt zu keiner Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Die Carmenastudie legt nahe, dass beim metastasierten Nierenzellkarcinom mit schlechten Risikoprofil keine operative Nierenentfernung mehr erfolgen sollte.

Kombinationstherapie mit Immuntherapeutika und Avelumab könnten die Therapie in naher Zukunft verbessern.

 

Blasentumor

Die Blasenspiegelung stellt weiterhin den Goldstandard in der Diagnose und Nachsorge dar.

Urinbasierte Marker ( bsp. NMP 22, etc.)  haben sich bislang noch nicht im klinische Alltag durchgesetzt. Ein neuer Ansatz sind sogenannte ” elektronische Riechnasen” ( E-Nose), deren Einsatz und Handhabung sehr einfach ist. Erste Daten an 70 Patienten ergaben eine 93% Trefferquote ( Arbeitsgruppe  um Heers et al)

 

 

Interstitielle Cystitis ( IC )

Die Interstitielle Cystitis ist eine nicht-infektiöse, chronisch entzündliche Erkrankung der Harnblase, die mit Schmerzen, Harndrang und nächtlichen Wasserlassen in unterschiedlicher Ausprägung  einerhergeht.

Überwiegend sind Frauen mittleren Alters betroffen und haben oftmals einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, da die Krankheit häufig erst spät diagnostiziert wird.  Knapp 90 % der Betroffenen leiden unter erkrankungsbedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bei denen der Konsum der betreffenden Nahrungsmittel die Symptomatik hervorruft oder verschlimmert.

Die Ursache für  IC konnte bislang nicht vollständig aufgeklärt werden.

Als Entstehungsursache werden diskutiert:

– hohe Immunglobulin-Konzentrationen im Urin ( Enzündungsreaktion)

– Lebensmittelunverträglichkeiten ( Histaminintoleranz)

-Beckenbodenhypertonie

-Endometriose

Therapieansätze:

  • medikamentös: Pentosanpolysulfat

Amitryptilin

Metamizol

  • Hydrodistension ( Überdehnung der Harnblasenwand zur Regeneration von Nervenfasern durch antientzündlichen Effekt sowie Verringerung des Nervenwachstums
  • Instillationstherapie zum Wiederaufbau der Blasenschutzschicht ( GAG-Schicht)
  • Physiotherapie -Beckenbodenrelaxierung

 

 

 

Europäischer Urologenkongress Barcelona

Highlights vom Europäischen Urologenkongress in Barcelona:

Nierenkrebs:

Das PSMA PET könnte einen wichtigen Stellenwert als bildgebendes Verfahren zukünftig sowohl im Rahmen der Erstdiagnose als auch zur Beurteilung des therapeutischen Effektes einer systemischen Behandlung bei metastasierten Patienten haben.

Bei der Organ erhaltenden Nierentumorchirurgie sind die Ergebnisse auch bei komplexen Tumoren  zwischen der Schlüsselloch und der offenen Operation im Wesentlichen vergleichbar. Für die minimal invasiv operierten Patienten wurde eine schnellere Erholung von dem Eingriff und eine geringere Komplikationsrate festgestellt.

Blasenkrebs:

Die SAUL Studie konnte den Stellenwert einer Behandlung des invasiven lokal fortgeschrittenen und metastasierten Blasenkrebs mit dem Checkpoint Inhibitor Atezolizumab insbesondere bei älteren und Patienten mit feingeweblich nicht-urothelialer Differenzierung bei guter Verträglichkeit belegen.

Beim nicht-muskelinvasiven Krebs, der auf eine BCG Instillationstherapie nicht anspricht, konnte laut Keynote 057 Studie festgestellt werden, dass die Behandlung mit dem Checkpoint Inhibitor Pembrolizumab eine weitere wirksame Behandlungsoption für diejenigen Patienten darstellt, bei denen eine radikale Entfernung der Blase nicht in Frage kommt.

Prostatakrebs:

Die MRT Untersuchung wird von der Europäischen Urologischen Gesellschaft bei allen Patienten vor einer geplanten Biopsie empfohlen. Ob zukünftig eine abgespeckte Untersuchung (sog. schnelle biparametrische MRT) ausreichend ist wird weiter untersucht.

Im Rahmen einer aktiven Überwachung könnte die MRT Untersuchung regelhafte Folgebiopsien verzichtbar machen, da ein klinisches Fortschreiten des Tumors hierdurch meist erkannt wird.

Ein nach der radikalen Operation nicht unter die Nachweisgrenze abfallender PSA Wert ist mit einem schlechten klinischen Verlauf und einer höheren Sterblichkeit verbunden. Hier sollte frühzeitig über eine Bestrahlung gesprochen werden.

Funktionelle Urologie:

Gute Behandlungserfolge bei der sog. Mini-Schlinge zeigen sich nun auch im Langzeitverlauf von über 10 Jahren bei der Behandlung der weiblichen Urininkontinenz.  Der Vorteil gegenüber den herkömmlichen Schlingenverfahren ist der vergleichbar kleinere Eingriff und eine geringere Komplikationsrate.

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung könnte die die Embolisation der Prostatagefäße eine Alternative zur herkömmlichen operativen Schlingenresektion bei vergleichbaren funktionellen Ergebnissen und geringerer Komplikationsrate darstellen.

Erektionsstörungen bei erhöhtem Homocysteinspiegel

30-52 % der 40 bis 70-jährigen Männer leiden unter einer milden bis moderaten sexuellen Funktionsstörung.

Ursächlich sind unter anderem Durchblutungs- oder Fettstoffwechselstörungen.

In einer aktuellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel mit einer Durchblutungsstörung assoziert sein kann. Dies kann in weiterer Folge zu einem signifikanten Vitamin-B-Mangel führen.

In einer Dosisfindungsstudie zur Senkung des erhöhten Homocysteinspiegels stellte sich ein Komplex , bestehend aus 50 mg B6, 1mg B12 und 1 mg Folsäure am effektivsten heraus. Darunter konnte bei 96,6 % der Patienten innerhalb von 3 Monaten eine Verbesserung der Erektionsschwäche erzielt werden.

Homocystein ist somit nicht nur ein früher Prädiktor und Risikofaktor in der Diagnose der Erektionsstörung, sondern kann auch ein Warnzeichen für Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall darstellen.

 

 

 

 

Warum die Beckenbodenmuskulatur so wichtig ist

Den Beckenboden sieht und spürt man nicht, doch die Muskeln des Beckenbodens kann man willkürlich bewegen. Man kann sie anspannen und wieder locker lassen – wie die Muskeln in Armen oder Beinen. Den Beckenboden sollte man gezielt trainieren, denn erspielt eine tragende Rolle. Er lässt uns aufrecht gehen, trägt unsere inneren Organe und sorgt dafür, dass Blase und Darm sich nur dann entleeren, wenn wir es auch möchten. Ist der Beckenboden geschwächt, kann das früher oder später zu gesundheitlichen Problemen führen. Mit gezieltem Beckenbodentraining kann man deshalb gar nicht früh genug beginnen.