Der Leistenbruch

= Leistenhernie = ein Riss zwischen Leistenkanal und Bauchwand, der meist durch eine Bindegewebserschlaffung verursacht wird. Dadurch werden Gewebe und Darm nach außen gestülpt, sind äußerlich sichtbar und tastbar. Ziehende Schmerzen mit Ausstrahlung in den Hoden können typische Symptome sein und häufig nimmt der Bruch nach körperlicher Belastung zu Das Risiko liegt bei größeren Leistenbrüchen, da es zu einer Einklemmung von Dünndarm kommen kann. Dieser wird dann minderdurchblutet und im Extremfall kann es zum lebensgefährlichen Absterben des Darmanteiles kommen . Leistenbrüche sollten in den meisten Fällen operiert werden, da diese sich nicht von alleine zurückbilden und ein verschleppter Leistenbruch kann sich zum Hodenbruch entwickeln. Bei der Operation wird der Bruchsack in die Bauchhöhle zurückgeschoben und die Bruchlücke verschlossen und das Gewebe mit einem Kunststoffnetz gefestigt. Häufig werden diese Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt. In den ersten Wochen nach der Operation sollte man sich körperlich schonen, um ein Rezidiv zu vermeiden. Training der seitlichen Bauchmuskultatur kann helfen , generell die Bildung von Leistenbrüchen zu verhindern.

Hodenverdrehung – ein urologischer Notfall

Eine Hodenverdrehung ist ein sehr zeitkritischer Notfall, der vor allem männliche Babys im ersten Lebensjahr und Jugendliche in der Pubertät betrifft. Typische Symptome sind heftigste Schmerzen im Bereich des betroffenen Hodens, meist „aus der Ruhe heraus „auftretend. Die Schmerzen können in den Bauch und Leiste ausstrahlen und mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Bei der Diagnostik der Hodentorsion zählt jede Stunde, denn bereits 6 Stunden nach Beginn der Schmerzen, sinken die Chancen auf einen Hodenerhalt erheblich. Zur Diagnostik gehören Anamnese, klinische Untersuchung sowie die Farbdopplerultraschalluntersuchung, um eine Mangeldurchblutung des Hodens festzustellen. Lässt sich eine Verdrehung nicht zweifelsfrei ausschließen, ist eine rasche chirurgische Freilegung zwingend erforderlich.  24 -Stunden nach Eintritt der Hodenverdrehung kann nachweislich nur noch ein Viertel der betroffenen Hoden erhalten werden.    Daher ist schnelles Handeln entscheidend, am besten innerhalb der ersten 6 Stunden!

Rauchen beeinträchtigt die Erholung der Sexualfunktion

In einer australischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen Rauchen und der funktionellen Erholung der Sexualfunktion nach radikaler Prostatakrebsoperation untersucht. Insgesamt wurden 2.700 Patienten in die Analyse eingeschlossen. Diese ergab, dass Patienten, die während der zweijährigen Beobachtungszeit geraucht hatten, im Vergleich zu Nichtrauchern einen um 11 Punkte niedrigeren Wert für die sexuelle Funktion auswiesen.

Die Subgruppenanalyse ergab, dass die Werte für Harninkontinenz bei Rauchern und Nichtrauchern vergleichbar waren.

Quelle: BJU Int 2025 Oct; 136(4):647–656

Neuigkeiten vom großen Urologen Kongress 2025

Prostatakarzinom

  • Digitale rektale Austastung der Prostata als Screeninguntersuchung wird nicht mehr empfohlen.
  • Laborbestimmung von PSA (ProstataSpezifisches Antigen) ist das zentrale Instrument in der urologischen Vorsorge.
  • Das Multiparametrisches MRT der Prostata vor Biopsie gilt als Standard.
  • Active Überwachung bei Niedrigrisiko-Prostatakarzinomen gilt als alleiniger Standard.

Nierenzellkarzinom

  • Die Versorgung von Familien mit erblichen und familiären Nierenzellkarzinomen sollte immer über die Urologie multimodal erfolgen.
  • Kombinationstherapie sind bei metastasierten Karzinomen im belegten Vorteil zu Monotherapien.

Hodentumore

  • Der Tumormarker mi RNA-371 ist nicht geeignet zur Früherkennung, Therapiemonitoring oder Rezidivdetektion, sondern der Stellenwert liegt nur als Entscheidungshilfe vor Operation von Residualtumoren.

Verstärkung für unser Praxisteam (m/w/d) in Vollzeit gesucht

Wir suchen Verstärkung (m/w/d) in Vollzeit

Die Privatpraxis für Urologie von Dr. med. Alice Salzer wächst weiter – und deshalb suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt motivierte Unterstützung für unser Team in Vollzeit.

Ihre Chance bei uns

Als moderne urologische Fachpraxis legen wir großen Wert auf eine persönliche Betreuung unserer Patientinnen und Patienten, ein vertrauensvolles Miteinander im Team und eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Wir bieten Ihnen:

  • eine vielseitige Tätigkeit in der Praxisverwaltung
  • ein freundliches, familiäres Team, das sich gegenseitig unterstützt
  • die Möglichkeit, teilweise im Homeoffice zu arbeiten
  • eine Vollzeitstelle mit flexiblen Arbeitszeiten
  • ein wertschätzendes Arbeitsumfeld mit kurzen Entscheidungswegen

Ihre Aufgaben

  • Empfang und Betreuung unserer Patientinnen und Patienten
  • Terminorganisation und Koordination
  • Telefonische Kommunikation und Patientenbetreuung
  • Administrative Aufgaben und Korrespondenz
  • Unterstützung im alltäglichen Praxisablauf

Ihr Profil

  • Erfahrung im administrativen Bereich, idealerweise im medizinischen Umfeld
  • freundliches und empathisches Auftreten
  • Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Organisationstalent
  • Freude an der Arbeit mit Menschen

Wir freuen uns auf Sie!

Wenn Sie Lust haben, Teil eines engagierten Teams zu werden und eine vielseitige Aufgabe in einer modernen Praxis zu übernehmen, freuen wir uns sehr über Ihre Bewerbung.

Bewerbungsweg

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen per E-Mail an:

Privatpraxis für Urologie Dr. med. Alice Salzer Tel.: 05139-9728110 Mail: info@urologe-region-hannover.de

Patientenveranstaltung am KRH Klinikum Großburgwedel

Am Mittwoch, 3. Dezember 2025, lädt das KRH Klinikum Großburgwedel zu einer Patientenveranstaltung rund um die Themen Blasenkrebs und Inkontinenz ein. Fachärztinnen und Fachärzte des Uroonkologischen Zentrums sowie des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums informieren dabei allgemeinverständlich über Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und moderne Therapieansätze.



Auf dem Programm stehen unter anderem:
  • eine Einführung und Moderation durch Dr. Joachim Stein, Chefarzt der Klinik für Urologie,

  • ein verständlicher Überblick zum Thema Blasentumor,

  • aktuelle Wege und Therapien bei Harninkontinenz.

Die Veranstaltung findet von 17 bis 18 Uhr in der Cafeteria des KRH Klinikums Großburgwedel, Fuhrberger Straße 18, statt.

Weitere Informationen sowie eine digitale Version des Flyers finden Sie über den QR-Code bzw. unter der Website des Klinikums.

Looksmaxxing – ein neuer gefährlicher Internettrend

„Looksmaxxing“ bezeichnet den Versuch, das eigene Aussehen zu verbessern, um auf diese Weise sozial und sexuell erfolgreicher zu sein.
In dieser Szene werden häufig auch anabole Steroide für ein maskulineres Aussehen empfohlen. Dieser Anabolikamissbrauch birgt das Risiko von Hodenschrumpfung, Infertilität, Libido- und Potenzstörungen bis zu kardiovaskulären Risiken mit erhöhter Thrombose- und Schlaganfallgefahr.
Bei Jugendlichen vor Abschluss der Pubertät besteht ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Wachstumsstopp.
Bestimmte Looksmaxxing-Foren im Internet bewerten Männer und geben Tipps, um männlicher auszusehen. Eine Forschungsgruppe aus Kanada hat 8000 Internetbeiträge eines dieser Foren analysiert. Diese Plattform gliederte sich unter anderem in einen sehr kritischen Bereich:

Es existieren „Rating-Threads“ mit Bewertung von hochgeladenen Fotos mit Einordnung auf einer Skala von „Chad“ (= hochattraktiv) bis „Subhuman“ (= Untermensch).

Männern mit einem Wert auf dieser Richterskala von < 3/10 wird oft gesagt, dass ihr Leben nicht lebenswert sei. Selbst Männer, die als durchschnittlich eingestuft werden, haben in den Augen dieser Community kaum eine Chance bzw. „Daseinsberechtigung“.
Diese Szene ist geprägt von Frauenfeindlichkeit, Gewaltfantasien und vertritt ein hierarchisches Weltbild.
Neben Diät- und Trainingsempfehlungen werden häufig riskante Methoden empfohlen: Beinverlängerungen, Gesichtsoperationen bis zu „Bonesmashing“ – Selbstoptimierung durch gezielte Schläge auf Gesichtsknochen zur Konturveränderung.
Anleitungen bzw. Aufforderungen zum Suizid bei „Nicht-Erfüllung“ der geforderten optimalen Kriterien werden in diesen Internetforen ebenfalls gefunden.

Für Sie gelesen in Arzt und Wirtschaft, Ausgabe 05/25

Präoperative Vorbereitung vor einer Blasenentfernung

Eine operative radikale Harnblasenentfernung beim Harnblasenkarzinom   ist mit einer hohen Komplikationsrate und Sterblichkeitsrate verbunden. Gerade bei geriatrischen Patienten (Alter > 70 Jahre) mit eingeschränkter Fitness und diversen Vorerkrankungen ist das Risiko besonders hoch. Prähabilitation ist ein vielversprechender Ansatz, um Komplikationen nach der Operation zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Was wären geeignete Maßnahmen?  
  • Konditionstraining 3-mal wöchentlich a 30 Minuten 
(Zügige Spaziergänge, Aerobic im häuslichen Umfeld)
  • Krafttraining 2-mal wöchentlich 
(Nutzung von Physiotherapie und gerätebasierte Krankengymnastik)
  • Atemschulung mit zum Bsp. Einem Atemtrainer
  • Ernährungsschulung (gezielte Zufuhr von eiweißreicher Nahrung, Vermeidung von Über und Untergewicht
  Ziel dieser Maßnahmen ist eine Mobilisierung der funktionellen Reserven und die physische sowie psychische Belastbarkeit des Patienten zu steigern.

Unterstützung aus Mexiko

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, wir möchten Ihnen gerne Herrn Erick Cardenas Perez vorstellen. Er ist ärztlicher Kollege aus Mexiko und wir freuen uns, dass er uns in den nächsten Monaten unterstützen wird und heißen ihn herzlich willkommen!      

Familiäres Prostatakarzinom

  Definitionen Sporadisches Prostatakarzinom:  1 betroffener in der Familie Familiäre Häufung: ist das Vorliegen einer Prostatakrebserkrankung bei mindestens 2 blutsverwandten Angehörigen (=familiäres Prostatakarzinom) , betrifft 25% aller Männer in Deutschland Positive Familienanamnese: ist das Vorliegen mindestens eines erkrankten Verwandten 1. Grades, 2. Oder 3. Grades. Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken, ist abhängig von der Anzahl der erkrankten Betroffenen, Verwandtschaftsgrad und dem Erkrankungsalter. Sind mindestens 2 Verwandte 1. Grades betroffen, liegt das Risiko mehr als 4-fach über dem der Allgemeinbevölkerung.   Hereditäres Prostatakarzinom (7%) :     3 Verwandte 1. Grades                                                                                    2 Verwandte 1. Grades < 55 Jahre                                                                                    Verwandte in 3 aufeinanderfolgenden Generationen   Diese Patienten weisen ein jüngeres Erkrankungsalter, aggressivere Tumore sowie fortgeschrittene Stadien bei der Diagnose auf. Die Rezidivrate sowie die Letalität ist bei dieser Patientengruppe deutlich höher.  Bei Prostatakarzinompatienten mit positiver Familienanamnese konnte in 25 % eine Keimbahnmutation BRACA 1 und BRACA2 gefunden werden. Internationale Leitlinien empfehlen daher bei dieser Patientengruppe eine intensivierte Prostatakrebsfrüherkennung ab dem 40. Lebensjahr.  Für diese Männer sprechen sich sowohl die europäische als auch die amerikanische Leitlinie für eine frühzeitige genetische Keimbahn Testung auf Mutationen aus.