Ein neuer Blasentumorschnelltest

Ein neuer Blasentumorschnelltest steht Ihnen zur Verfügung

Menschen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für einen Harnblasentumor (zum Bespiel Raucher, beruflicher Umgang mit Chemikalien o.ä.)  profitieren von einer gezielten Fandung nach Risikomarkern im Urin. Diese könen wegweisend für eine weitere Diagnostik sein.

Der Nachweis eines tumorösen Geschehens kann auf 2 Wegen erfolgen: durch das Auffinden ganzer tumorspezifischer Zellen mit Hilfe der Zytologie oder durch die Messung proteinerger Substanzen (Zytokeratin 8 und 18), welche durch Zellzerfall der Tumorzellen entstehen. (UBC-Rapid)

Voraussetzung für ein korrektes Messergebniss beider Methoden ist, das der Urin erst nach 2 stündiger Wartezeit nach vorangegangener Miktion untersucht wird, damit sich eventuell vorhandenes tumoröses Material  in der Blase gesammelt hat.

Wichtig für eine hohe Spezifität ist die Beachtung der Ausschlußkriterien, für wen sich der Test NICHT eignet:

– Infektionen

– Schwangerschaft

– Blasensteine

– Katheterträger

– frische Operationen im Bereich der ableitenden Harnwege

Die Auswertung des Tests steht nach 10 Minuten zur Verfügung.

Bevor wir jedoch unseren Patienten diesen Test anbieten, erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch zur Ermittelung ihres individuellen Risikos, ob dieser Test für Sie indiziert ist!

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns direkt bei Ihrem nächsten Besuch bei uns an. Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite.

Zink – ein wichtiger Beitrag für die Fertilität des Mannes

Zink ist ein wichtiges Spurenelement mit zahlreichen biologischen Funktionen und unabdingbar für die Zellteilung und zahlreiche Hormone benötigen Zink , um ihre Funktion ausüben zu können. Zink ist daher an der Herstellung der Sexualhormone und an der Spermienproduktion wesentlich beteiligt, sodaß ein Zinkmangel zu Unfruchtbarkeit führen kann. Wichtige Forschungsergebnisse , die sich mit Zink bei der männlichen Forpflanzung beschäften sind:
  • es besteht ein Zusammenhang zwischen Höhe des Zinkspiegel  in der Samenflüssigkeit und Anzahl der Spermien.
  • Zinkmangel führt zu Abnahme des Hodenvolumens , – gewicht und Abnahme der Spermienbildung.
  • Bei Patienten mit Einschränkungen in allen 3 Spermiogrammparametern konnte eine 3- monatige Gabe von 250 mg Zink 2mal täglich eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit der Spermien  gezeigt werden sowie eine Reduktion von Anti-Sperma-Antikörpern.
  • Die Kombination von Zinksulfat mit Folsäure konnte die Spermienzahl erhöhen.
  • Unfruchtbare Patienten, die sich einer Krampfaderoperation im Bereich des Hodens unterzogen haben und anschließend eine Kombination von Zink und Folsäure für 6 Monate eingenommen hatten, zeigte sich ein besseres Outcome bezüglich Spermienzahl und Form.

Ernährungsbedingte protektive Faktoren gegen Krebsentstehung

Der Einfluss von Ernährung auf die Krebsentstehung ist nach wie vor unklar, es wird jeoch davon ausgegangen, dass Menschen mit einem gesunden Lebensstil ein um 18 % geringeres Krebsrisiko haben. Zur gesunden Ernährung gehören der häufige Verzehr von ballstoffreichen Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs: ein protektiver Effekt von Obst und Gemüse könnte u.a an der chemopräventiven Wirkung von Carotinoiden, Vitaminen und Flavonoiden liegen. Diese wirken entzündungshemmend, antikarzinogen und wirken als Antioxidantien. Den stärksten „antitumoralen „Effekt haben diese Nahrungsmittel auf Tumore des Magen-Darmtraktes.

Kaffeekonsum

Der Konsum von Kaffee wird immer wieder kontrovers diskutiert . Kaffee hatte lange Zeit einen schlechten Ruf, jetzt vermutet man einen risikosenkenden Einfluss, insbsondere auf die Entstehung von Endometrium- oder Leberkrebs, solange er nicht kochend heiß getrunken wird.

Tee

Dem Tee werden gesündere Aspekte zugeschrieben, insbesondere der Grüntee aufgrund seines hohen Gehalts an Epigallocatechingallats. Dadurch wird eine Senkung des Krebsrisikos wird vermutet. Einen anerkannten Stellenwert zur Prävention oder Behandlung gibt es aber bislang noch nicht.

Milch

Milch liefert viele lebensnotwendige Nährstoffe wie Proteine, Zink,Vitamin B12, Kalzium und Jod. Besonders der Konsum von fermentierten Milchprodukten wirkt sich auf den Magen-Darm-Trakt positiv aus und kann das Risiko einer Darmkrebserkrankung senken. Andererseits geht eine hohe Kalziumzufuhr mit einem erhöhten Prostatakarzinomrisiko einer, da eine zu hohe Kalziumzufuhr zu einer verstärkten Zellproliferation in der Drüse führen kann

Was hat Harry Potter mit Gesundheitsvorsorge zu tun?

Vorsorge in der Urologie

Im Laufe der Jahre hat das Thema Vorsorge erfreulicherweise immer mehr Aufmerksamkeit erhalten und erreicht auch gesunde, jüngere Menschen.
Udo Schenk ist vielen als Schauspieler Dr. Kaminski aus „In aller Freundschaft“ bekannt. Noch einprägsamer ist jedoch seine Stimme. Er hat bereits einige namhafte Rollen gesprochen, darunter auch den eindrucksvollen Voldemort aus der Blockbuster-Serie der Harry-Potter-Verfilmungen. Aber was das alles mit Gesundheitsvorsorge zu tun hat? Eine ganze Menge. Udo Schenk ist seit einem Jahr Gesicht der FFF-Kampagne „Für alle. Für jeden. Für uns. Die Urologie.“ und ruft nun mit seiner „Voldemort-Stimme“ Menschen aller Altersklassen auf, zur Früherkennung zu gehen.
Schauen Sie sich den Clip auf YouTube an, teilen Sie ihn und leiten Sie ihn weiter:

Therapieoption der kindlichen Blasenüberaktivität

Therapieoption der kindlichen Blasenüberaktivität mit transkutaner elektrischer Nervenstimulation

In der aktuellen Leitlinie der internationalen Kinderkontinenzgesellschaft wird in der Behandlung der überaktiven Blase als Ergänzung die transkutane elektrische Nervenstimulation ( TENS) empfohlen. Hierbei erfolgt eine Applikation von Reizstrom ( Frequenz 10 Hz mit einer Stromstärke von 5 – 20 mA) über aufgeklebte Elektroden im Bereich der Foramina S3 der Sakralregion. Es kommt dabei zu einer Stimulation der Nerven, die sich positiv auf die Verarbeitung von Reizen aus dem unteren Harntrakt als auch auf die Aktivität von Beckenboden und Schließmuskel auswirken. Ziel ist es, die Koordination dieser Strukturen zu verbessern und die Blasenmuskelaktivität zu bremsen. In klinischen Studien konnte bei Kindern mit Blasenüberaktivität eine Zunahme der Blasenkapazität, eine Abnahme von Harndrang, Verbesserung der Kontinenz und Reduktion von Harnwegsinfekten gezeigt werden. Ein standardisiertes Therapieprotokoll existiert noch nicht, jedoch wird empfohlen, dass die Therapie über 12 Wochen einmal täglich für 60 Minuten durchgeführt werden sollte, möglichst im Sitzen, um ein Verrutschen der Elektroden zu vermeiden. Unter dieser Therapie sollte ein Therapiekalender geführt werden.
Voraussetzungen der TENS-Therapie:
  • Blasenüberaktivität mit reiner Tagessymptomatik
  • Diagnostik nach Leitlinie ( Urinkultur, Sonographie, Miktionsprotokoll, Uroflowmetrie mit EMG)
  • Standardurotherapie ist erfolglos geblieben
  • Vorbehandlung mit anticholinergen Medikation ist keine Voraussetzung
Gelesen und teilgenommen für Sie an einem Vortrag von Dr. Michael van Husen (Osnabrück) und Dr. Christian Steuber (Bremen)

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

 

Therapiealternative bei Patienten mit oberflächlichen Blasenkarzinom

Zur Rezidivprophylaxe von oberflächlichen Harnblasenkarzinomen können Chemotherapeutika (z. B. Mitomycin C) oder Immuntherapeutika (z. B. BCG) in die Harnblase instilliert werden. Auf Induktion sollte immer eine Erhaltungstherapie folgen. Ziel der weiteren intravesikalen Therapie ist es, das Rezidivintervall zu verlängern und das Fortschreiten der Tumore zu verhindern. Das Bacille Calmette-Guérin (BCG) ist ein von den Franzosen Albert Calmette (1863–1933) und Camille Guérin (1872–1961) Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Wildtyp des Mykobakteriums Mycobacterium bovis durch dauernd wiederholte Fortzüchtung entwickeltes abgeschwächt-virulentes Bakterium, welches eine effektive Therapie des „Hochrisko Nicht-Muskelinvasives Blasenkrebses“  in der Therapie und Rezidivvermeidung darstellt. In 30 % der Fälle kommt es jedoch zum Abbruch der BCG-Therapie aufgrund von fehlender Wirksamkeit, Fortschreiten der Erkrankung unter Therapie bzw. aufgrund starker Nebenwirkungen.

Gibt es eine Alternative für diese Patienten?

Nadofaragene Firadenovec  ist eine Gentherapie, die für die Therapie von „BCG-Versagern“ entwickelt wurde. Die Therapie basiert auf Interferon (IFN)α-2b, einem potenten Antitumormedikament. Nado ist ein Adenovirus, das gemeinsam mit Syn3 administriert wird. Über den Virus wird das humane IFNα-2b-Gen in das Urothel eingebracht. Dadurch kann in der Blase ein konstant hoher Spiegel von IFNα erzielt werden. Die Antitumoraktivität von IFNα ist bereits lange bekannt. Shore et al haben im Rahmen einer Phase-III-Studie die Effizienz und Sicherheit von Nado in der Therapie des hochgradig agressiven oberflächlichen Blasentumors, welche nicht auf BCG ansprechen, untersucht: Ergebnis: 53,4% der Patienten zeigten ein komplettes Ansprechen während einer 12-monatigen Periode. Das zystektomiefreie Überleben ( d.h. die Harnblase musste nicht vollständig operativ entfernt werden ) betrug 65% nach 2 Jahren. Die Therapie mit Nado wurde gut toleriert. Nur 3 Patienten (2%) hatten eine ernste therapieassoziierte Nebenwirkung.  

Digitale Austastung der Prostata im Rahmen der Krebsvorsorge

Digitale Austastung der Prostata im Rahmen der Krebsvorsorge – ist diese überhaupt noch notwendig ?

Eine Studie aus dem Anderson Center in den USA  ging dieser Fragestellung nach, da zunehmend  Männer mit erhöhten PSA-Wert im Rahmen ihrer urologischen Krebsvorsorge direkt einer multiparametrischen MRT-Untersuchung der Prostata zugeführt werden. Retrospektiv wurden die Daten von 340 Männern mit erhöhten PSA-Wert und auffälligen MRT-Befund analysiert. Die weitere Abklärung dieser Patientengruppe bestand in einer MRT-gesteuerten Fusionsbiopsie der Prostata. VOR der Biopsie wurde bei 290 Männern eine digitale Austastung der Prostata über den Enddarm durchgeführt (DRU).
 

Das Ergebnis dieser Studie:

82% der Männer mit auffälligen Tastbefund wurde ein Prostatacarcinom höherer Aggressivität festgestellt. 79 % der Patienten mit unklaren Tastbefund und bei  56 % mit unauffälligen Tastbefund konnte der gleiche histologische Befund  nachgewiesen werden. Die Autoren dieser Studie kommen daher zu dem Ergebniss , das die DRU kaum dazu beiträgt, ein klinisch signifikantes Prostatakarcinom zu diagnostizieren, da die Sensitivität der digitalen Austastung der Prostata nur 22 % beträgt.  
aus: BJUI Compass Volume 2 2021

Berufserkrankungen in der Urologie

Berufserkrankungen in der Urologie

Tumore im urologischen Fachgebiet, die berufsbedingt entstanden sein können und dem Unfallversicherer angezeigt werden müssen.  

ausgewählte Risikoberufe

Maler und Lackierer

Teerhaltige Holzimprägnierungsmittel können Harnblasenkrebs induzieren. (z.B.Gleisbauarbeiter, Parkettleger, Schreiner ) Ein besonderes Risiko tragen Maler und Lackierer, die vorwiegend vor 1980 beruflich tätig waren.

Friseure

In einer Studie aus den USA war das Risiko an Harnblasenkrebs zu erkranken von Personen, die länger als 10 Jahre in ihrem Beruf gearbeitet hatten, um das 5-fache erhöht. Das außerberufliche Risiko bei Anwendung von permanenten Haarfärbemittel konnte eine holländische Studie wiederum ausschließen.  

Rissprüfer

Azofarbstoffe, Naphtalimid und Naphtalazin , welche gelegentlich in Rissprüfersprays vorhanden sind, können in Abhängigkeit von der Dauer und Menge der Exposition Blasentumore induzieren.  

Gummiindustrie

In den Bereichen Produktion von technischen Gummiwaren, Reifenherstellung sowie Lagerung von Gummiwaren ist die Erkrankungsrate am Blasenkrebs am höchsten. Eine stoffbezogenen Dosis-Wirkungsbeziehung Beziehung existiert aufgrund von teilweise geheimen Rezepturen der einzelnen Hersteller nicht.  

Weitere Riskoberufe sind

  • Dachdecker vor 1995
  • Aluminiumherstellung
  • Steinkohleteerraffinierung
  • Eisen-Stahlgieserei
  • Betonsanierung
  • Fliesenleger
  • Schornsteinfeger
  • Straßenbauer bis 1991
  • Tankreinigung
  • Schädlingsbekämpfung
Bisher wurden viele Tumore nicht als Berufserkrankung erkannt und als Verdacht bei den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern angezeigt, weshalb eine Berufsanamnese im Rahmen des Erstgespräch mit dem Patienten unerlässlich ist. gelesen in „der Urologe“

Neues vom DGU zum Prostatakarzinom

Highlights Prostatakrebs vom Kongress der DGU – deutsche Gesellschaft Urologie in Stuttgart 2021

Für die Umfelddiagnostik beim Hochrisiko Prostatakarzinom wird mittlerweile die PSMA PET CT Untersuchung empfohlen. Diese Gruppe umfasst Patienten mit einem Gleason ≥ 8 Karzinom, mit einem klinisch Organ-überschreitendem Tumor und mit einem PSA Wert ≥ 10 ng/ml. Gegenüber den konventionell bildgebenden Verfahren wie Skelettszintigrafie und CT konnte eine Überlegenheit von nahzu 30% in Bezug auf die lokale und die metastatische Tumorausdehnung festgestellt werden, was die weitere Behandlungsstrategie signifikant beeinflusste.

Das metastasierte hormonnaive Prostatakarzinom wird zukünftig mittels Kombinationstherapien anstelle einer alleinigen Hormonentzugsbehandlung behandelt. Entsprechende Studien hatten einen erheblichen Vorteil bei der Tumorkontrolle (Reduktion des Tumorprogresses um bis zu über 60%) gezeigt. Hierzu stehen prinzipiell 4 Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung.

Eine lokale Bestrahlung der Prostata soll ab sofort bei Patienten mit niedriger Metastasenlast angeboten werden. Dies geht aus Daten der Stampede und der Horrad Studie hervor. Dabei konnte sowohl das Progressionsfreie und das Gesamtüberleben signifikant verbessert werden (Risikoreduktion 41 bzw. 33%).