minimalinvasiven Therapien der gutartigen Prostatavergrößerung
Empfehlungen zu den aktuell am häufigsten angewendeten minimalinvasiven Therapien der gutartigen Prostatavergrößerung
Unter minimalinvasiven Verfahren versteht man Therapien, bei denen während des Eingriffs keine direkte Gewebeabtragung erfolgt. Hierdurch wird eine Wunde in der Prostata vermieden, was zu weniger Komplikationen postoperativ führt. Viele dieser Techniken können auch in Lokalanästhesie erfolgen. Ein weiterer Vorteil ist der Erhalt der Ejakulation postoperativ. Eine feingewebliche Untersuchung des abgetragenen Materials (z. Bsp. auf Karzinomzellen ) ist jedoch nicht möglich, da das Gewebe mechanisch zerstört wird.-
- Konvektive Wasserdampfablation (Rezum):
-
- Prostata-Harnröhren-Lifiting -Verfahren (z.Bsp. Urolift):
-
- Temporär implantierbares Körbchen aus Nitinol (iTIND):
-
- Prostataarterienembolisation:
Prävention und Früherkennung von Prostatakrebs
Das Prostatakarzinom (PCA) ist mit über 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr vor dem Darm- und Lungenkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern und kann unbehandelt tödlich enden. Bei den krebsbedingten Todesursachen rangiert Prostatakrebs nach dem Lungenkrebs mit circa 17.000 Sterbefällen pro Jahr an zweiter Stelle.
► Definition Krebsprävention
Von der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wird ein PCA-Screening ab dem 45. Lebensjahr und bei Risikogruppen ab dem 40. Lebensjahr empfohlen, wenn ein solches von diesen gewünscht wird. Im Folgenden soll die Wertigkeit der Früherkennung inklusive des umstrittenen PSA-Bluttests beleuchtet werden.
► Epidemiologie
PCA entsteht vorwiegend aus den Drüsenzellen der Prostata (Adenokarzinom) und ist eine Erkrankung des älteren Mannes. Das Risiko zu erkranken, liegt bei den unter 35-Jährigen innerhalb von zehn Jahren unter 0,1 Prozent, während es bei den über 75-Jährigen mit circa fünf Prozent angege-ben wird. Ein wesentlicher Faktor für die Entstehung eines PCA ist die familiäre Vorbelastung (genetische Prädisposition). Besteht eine Erkrankung des Vaters oder des Bruders, so steigt das Risiko des Be- treffenden ebenfalls zu erkranken um den Faktor zwei bis sechs an. Das Risiko erhöht sich umso mehr, je jünger, je enger verwandt und je zahlreicher die betroffenen Angehörigen erkrankt sind. Des Weiteren konnte ein Zusammenhang zwischen der ethnischen Herkunft und der Häufigkeit des PCA nachgewiesen werden. So erkranken Afroamerikaner besonders häufig und Asiaten besonders selten an Prostatakrebs.
► Prävention
Zu präventiven Maßnahmen zur Vermeidung der Entstehung eines PCA liefern wissenschaftliche Untersuchungen derzeit noch wenig Evidenz. Es scheint jedoch erwiesen, dass insbesondere eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost, wenig tierische Fette, wenig rotes Fleisch und ausreichend Bewegung einen präventiven Effekt haben. Dies wird durch die Beobachtung unterstützt, dass das PCA-Risiko eines in die USA emigrierten Asiaten, der ethnisch mit einem niedrigen PCA-Risiko behaftet ist, bereits in der nachfolgenden Generati- on durch die Ernährungsumstellung und die Umwelteinflüsse genauso hoch wie das eines gebürtigen US-Amerikaners ist.
► Früherkennungsuntersuchungen
Zur gesetzlich empfohlenen Früherken- nung zählen ab dem 45. (40.) Lebens- jahr die regelmäßige Untersuchung des äußeren Genitale, der Prostata und der Leistenlymphknoten sowie die Abfrage nach Beschwerden. Idealerweise sollen mit Hilfe des PCA-Screenings Männer mit einer behandlungsbedürftigen Erkrankung identifiziert werden. In der Leitlinie der DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie) wird eine sorgfältige ergebnisoffene Aufklärung über die Vor- und Nachteile der PCA-Früherkennung und die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen sowie Überdiagnosen und weitere Maßnahmen empfohlen. Männern, die sich nach der Aufklärung für eine Früh- erkennung entscheiden, soll die Bestim- mung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert) angeboten werden. PSA ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet und in die Blutbahn freigesetzt wird. Die Bestim- mung des PSA-Wertes (Einheit: ng/ml) gehört bis zum heutigen Tag jedoch nicht zur von den Krankenkassen vergüteten Leistung der Früherkennung und muss von den Patienten als sogenannte IGeL (indivi- duelle Gesundheitsleistung) selbst gezahlt werden. Das Hauptargument gegen die regelhafte PSA-Bestimmung im Rahmen der Vorsorge ist seine Ungenauigkeit bezüglich der Vorhersage auf das Vorliegen einer PCA-Erkrankung, was wiederum unnötige Diagnostik und deren Nebenwirkungen nach sich ziehen kann.
► Studieninterpretation
In großen, teils verblindet durchgeführten, Studien konnte festgestellt werden, dass das PSA-basierte PCA-Screening weder die krebsspezifische Sterberate noch die Gesamtsterblichkeit der untersuchten Patienten beeinflusste. Das Hauptproblem dieser Studien lag jedoch darin, dass ein erheblicher Anteil der im Kontrollarm registrierten Teilnehmer (eigentlich ohne PSA-Messung), trotzdem PSA- Bestimmungen erhalten hatte und somit eine Kontamination dieser Kontrollgruppe resultierte. Die schwedische ERSPC-Studie konnte bei einer sauber geführten Kontroll- gruppe im Langzeitverlauf zeigen, dass die PSA-Bestimmung sehr wohl zu einer Sen- kung der krebsspezifischen Sterberate von bis zu 44 Prozent führte. Ein weiterer erheblicher Faktor war eine durch die PSA- Messung bedingte Vermeidung einer mög- lichen Tumoraussaat (Metastasierung) um 42 Prozent. Das Prostatakarzinom ist im metastasierten Stadium unheilbar. Für die Betroffenen bedeutet dies Nebenwirkungen durch die eingesetzten Medikamente, Be- schwerden, die durch die Metastasen ver- ursacht werden und eine potentiell deutlich verkürzte Überlebenszeit. Dies alles kann zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen und verursacht nicht zuletzt hohe Kosten im Gesundheitssystem. Abhilfe bei der Schwierigkeit der PSA- Interpretation liefern erste Ergebnisse der sogenannten PROBASE-Studie. Hierbei wurde festgestellt, dass eine Basis-PSA-Bestimmung zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr einen zuverlässi- gen Parameter für die Entstehung eines Prostatakarzinoms in den nächsten drei Jahrzehnten liefern kann. Männern, deren PSA-Wert bei < 1,5 ng/ml lag, wurde ein niedriges Risiko attestiert, während Männer mit PSA-Werten ≥ 3 ng/ml in die Hochrisikogruppe eingestuft wurden. Die Intervalle der weiteren Kontrollen richteten sich nach der Risikoklassifikation und wurden in die aktuelle Fassung der Leitlinie implementiert.
► Weiterführende Diagnostik
Seit einigen Jahren spielt die multiparametrische Magnetresonanztomografie (mpMRT) der Prostata bei der Diagnostik des Prostatakarzinoms eine immer wichtigere Rolle und wird in der aktuellen Leitlinie zur Primärdiagnostik empfohlen. Auch für die künftige PCA-Screening- Strategie könnte der mpMRT zusätzlich zur PSA-Bestimmung eine entscheidende Bedeutung insofern zukommen, als dass beide Parameter zusammen genommen die Entscheidung zum weiteren Vorgehen bestimmen und die Trefferquote eines behandlungsbedürftigen PCA deutlich erhöhen können.
► Zusammenfassung und Ausblick
Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes und kann unbehandelt tödlich verlaufen. Aus diesem Grund wird eine Screening-Untersuchung bei Männern ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Es bestehen einige gesicherte Risikofaktoren, die die Entstehung eines PCA begünstigen, dabei ist die genetische Prädisposition von außerordentlicher Be- deutung für Angehörige von Betroffenen. Sollte eine Früherkennungsuntersuchung gewünscht sein, ist die Bestimmung des PSA-Wertes zu empfehlen. Hierzu sollte im Alter von 45 bis 50 Jahren eine Basis- PSA-Bestimmung vorgenommen werden und die weiteren Untersuchungsintervalle anhand dieses Wertes nach Risikoeinschätzung festgelegt werden. Zukünftig wird die mpMRT der Prostata zur präziseren Diagnostik bei vor allem PCA beitragen und sicherlich eine wichtige Rolle für die Screening-Untersuchung einnehmen.
Literatur
[1] S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Langfassung. Mai 2021. https://www.leitlinienprogramm- onkologie.de/fileadmin/user_upload/Down- loads/Leitlinien/Prostatatkarzinom/Version_6/ LL_Prostatakarzinom_Langversion_6.0.pdf; Abruf am 16.10.2023. [2] Zentrum für Krebsregisterdaten. März 2018. http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Home/ homepage_node.html; Abruf am 16.10.2023. [3] Gesundheitsleitlinie für Patienten „Früherken- nung von Prostatakrebs“. Juli 2015. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/ fileadmin/user_upload/Downloads/ Patientenleitlinien/Prostatakrebs/ Patientenleitlinie_Prostatakrebs_Frueherken- nung-1870075.pdf; Abruf am 16.10.2023. [4] Martin, R.M. et al. Effect of a low-intensity PSA-based screening intervention on prostate cancer mortality: the CAP randomized clinical trial. 2018. JAMA 319(9): 883 – 95. [5] Andriole, G.L. et al. Prostate cancer screening in the randomized lung, colorectal and ovarian cancer screening trial: mortality results after 13 years of follow-up. 2012. J Natl Cancer Inst 104: 125 – 32. [6] Schröder, F.H. et al. Screening and prostate cancer mortality: results oft the European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) at 13 years of follow-up. 2014. Lancet 384: 2027 – 35. [7] Arsov, C. et al. Prospective randomized evalu- ation of risk-adapted prostate-specific antigen screening in young men: the PROBASE trial. 2013. Eur Urol 64: 873 – 5. [8] Vickers, A.J. et al. Strategy for detection of prostate cancer based on relation between pro- state specific antigen at age of 45-55 and long term risk of metastases: case control study. 2013. BMJ 346: 2023. [9] Grenabo, A. et al. Role of magnetic resonance imaging in prostate cancer screening: a pilot study within the Göteborg randomized screening trial. 2016. Eur Urol 70: 566 – 73. 26. Jahrgang Nr. 1/2024 Onkologische Pharmazie 7Facts zur Induratio penis plastica (IPP)
Facts zur Induratio penis plastica (IPP) – Peyronie`s Disease
Hierbei handelt es sich um eine gutartige Erkrankung des Penis, die von einer krankhaften Bindegewebsvermehrung der Penisfaszie (Tunica albuginea) ausgeht. Häufigkeit: 3,2 % mit Schwerpunkt zwischen dem 50.-70.LebensjahrRisikofaktoren:
- Vorhandensein von Plantarfibromatosen oder Dupytren-Kontraktur
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
- Kardiovaskuläre Erkrankungen
- Testosteronmangel
- Prostatakrebsoperation
- Blutgruppe AB
- tastbare Verhärtungen, Verkrümmung
- Schmerzen
- Erektionsstörung
Krankheitsverlauf:
- aktive Phase mit Zunahme der Deformierung mit Dauer bis zu einem Jahr
- Ruhephase über 3 Monate
- Passive Phase mit finaler Verkalkung
Ursache:
- wiederholende Mikrotraumen (z. Bsp. im Rahmen des Geschlechtsverkehrs) mit Ausbildung von Fibringerüsten mit resultierenden sicht- und fühlbaren Gewebeverfestigungen, ausgelöst durch Aktivierung TGF-ß1-Signalweg, welcher zur Fibrosierung und Verkalkung der Penisfaszie führt. Die entscheidende Frage, bei welchen Patienten dieser ursächliche Signalweg aktiviert wird, konnte bisher noch nicht abschließend geklärt werden. Eine Vielzahl genetischer und epigenetischer Veränderungen konnten bei Patienten mit IPP neben den oben genannten Risikofaktoren beschrieben werden.
- Sauerstoffmangel im Gewebe (oxidativer Stress mit Verstärkung des Signalweges)
- Mangelnde Fähigkeit der kleinen Penisgefäße, sich zusammen zu ziehen
Therapie:
Oral: Schmerzmittel, Entzündungshemmer Vitamin E 3mal täglich 100 mg Vitamin B komplex Tadalafil 5 g Injektionstherapie: bakterielle Enzymkollagenase ( nicht verfügbar auf dem europäischen Markt) Extrakorporale Stosswellentherapie: niedrig dosiert 6 Behandlungen Penile Traktionstherapie: als mechanisches Hilfsmittel zur Reduktion der VerkrümmungAktuelles aus der Andrologie
Aktuelles aus der Andrologie
1. Die sexuell übertragbaren Erkrankungen nehmen weltweit, aber auch in Deutschland, kontinuierlich zu. Syphilis-Fälle haben sich seit dem Jahr 2000 verzehnfacht und andere sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö, Hepatitis und Herpes werden zunehmend wieder häufiger. Die Impfrate gegen Humane Papillomviren, welche ursächlich sein können für Gebärmutterhalskrebs, Analkarzinome und Krebsarten aus dem Kopf-/Halsbereich ist mit 60% Impfrate bei den Mädchen und mit nur 25% bei den Jungen deutlich zu niedrig , um eine Herdenimmunität in der Bevölkerung zu etablieren.2. In einer großen Querschnittsstudie mit knapp 3000 Probanden ( Rahban R et al fertil Steril 2023 ) konnte ein Zusammenhang zwischen einer häufigen Nutzung von Handys und einer niedrigen Spermienkonzentration festgestellt werden: bei Studienteilnehmern, welche ihr Handy bis zu 20 mal pro Tag benutzt hatten, konnte eine Reduktion der Spermienkonzentration von 21 % nachgewiesen werden. Im Studienzeitraum 2012-2018 schwächte sich dieser Effekt ab, sodaß man diese positive Entwicklung mit dem Übergang des Mobilfunknetzes 2G auf 3G und später auf 4G zurückführt.
3. Eine dänische Registerstudie mit 1000 weiblichen Probanden konnte nachweisen, das die Impfung gegen humane Papillomviren bei Mädchen vor dem 17. Lebensjahr neben dem Risiko für Gebärmutterhalskrebs auch das Risiko für Analkarzinome um 70% senkt. (Baandrup Let al. J Natl Cancer Inst 2023 )
4. Seit vielen Jahren besteht ein Trend zur späteren Elternschaft .Bereits in diversen Studien konnte belegt werden , daß das väterliche Alter Einfluss sowohl auf die Schwangerschaft hat( höhere Fehlgeburtsrate, schlechteres Outcome bzw. Lebendgeburt bei künstlicher Befruchtung durch nachlassende DNA- Reparaturmechanismen in den Spermien ) als auch ein signifikant erhöhtes Risiko einer Tumorerkrankungen bei den Nachkommen besteht durch Zunahme der Telomerlänge der Spermien. Trotz dieser Erkenntnisse gibt es bisher noch keine eindeutige Empfehlung zur „nicht-medizinischen„Kryokonservierung von Spermien ( Social freezing ) um die Fertilität von Männern im „ höheren „ Alter zu sichern.
Für Sie gelesen in UroNews Dezember 23
Nutzen der rektalen Tastuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs
Der Grund hierfür liegt in einer zu geringen Sensitivität und durch eine zu hohe falsch -positive Rate:
Die Detektionsrate auf Prostatakrebs durch rektale Tastung liegt bei 0,05 %, die übrigen auffälligen Tastbefunde erwiesen sich nach einer belastenden und unnötigen Biopsien als falsch positiv. Die Detektionsrate durch eine PSA-Testung im Blut ist 4 mal höher und 86 % dieser Patienten hatten einen unauffälligen Tastbefund , obwohl ihre Tumoren zum großen Teil mit dem Finger zugänglichen Regionen der Prostata lagen. Der Studienleiter zog den Schluss , das angesichts der geringen Akzeptanz durch rektale Austastung der Prostata ein Prostatakrebsscreening durch Blutbestimmung des PSA-Wertes die Teilnahmebereitschaft zur urologischen Krebsvorsorge bei Männern steigern könnte.
Gelesen in UroForum 09/23 14.Jahrgang
Neues vom Urologenkongress 2023 in Leipzig
Ergebnisse vom Urologenkongress 2023
Andrologie
Ejakulatanalyse bei unerfüllten Kinderwunsch:- Karenzzeit von 4-5 Tage beachten
- Ejakulatvolumen muss korrekt bestimmt werden
- mindestens 2 Ejakulatuntersuchungen sind Vorraussetzung für Therapieentscheidungen
- eine korrekte Einordnung der Parameter sind entscheidend über Massnahmen der künstlichen Befruchtung und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken für die Frau
Gendiagnostik bei Infertilität
- die Häufigkeit liegt bei 5 % bei Oligoazoospermie und bei 25% bei Azoospermie
- insgesamt sind über 300 verschiedenen Infertilitätsgene bekannt – und es werden jährlich mehr
Neurourologie
- Neurologen und Urologen sehr unterschiedlich
- Urologen schätzen Lebensqualität als schwerer eingeschränkt ein
- interdisziplinäre Weiterbildung und Zusammenarbeit werden von den betroffenene Patienten als notwendig erachtet und gewünscht
- 50% beider Fachrichtungen sehen die Problematik in ihrer Facharztausbildung unterrepräsentiert
Beckenboden/ Urologie der Frau
- Frauen mit vaginalen Prolaps leiden häufig an Schmerzen und Symptomen einer überaktiven Blase
- Vaginale Prolapskorrektur bessert / heilt zu großen Prozentsatz die Beschwerden
Aging male
- der HbA1c-Wert ( Langzeitwert des Blutzuckerspiegels) scheint Symptome des alternden Mannes vorhersagen zu können
Kinderurologie
- 70% der Grundschüler vermeiden die Benutzung von Schultoiletten
- um Gang auf Schultoilette zu vermeiden, sind die Kinder bereit den ganzen Tag nichts zu trinken
Vorhautbeschneidung
- Effekte auf Sexualfunktion sind zu vernachlässigen
- 4,8 % Komplikationsrate
- 0,08 schwerwiegende Komplikationen
- Vorhautverengung bei Kindern: topisches Kortison = 1.Therapie der Wahl
Hodentumor
- 52% der Hodentumorpatienten weisen eine reduzierte Anzahl an Spermien auf , was die Wichtigkeit der Kryokonservierung von Spermien vor der Therapie aufzeigt
- es besteht keine Korrelation zwischen Spermienqualität und Tumorstadien
- Hodentumorentstehung bei infertilen Männern liegt bei bis zu 6 % ( 0,43 % bei fruchtbaren Männern)
Prostatakarzinom
- Doppelhormontherapie oder Trippletherapie ist mittlerweile „standard of care“ beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom
- Chemotherapie sollte so früh wie möglich eingesetzt werden solange Patienten noch fit genug sind
- Osteoprotektion unter Therapie wichtig für Lebensqualität
- PSMA-Radioligandentherapie hat sich bereits etabliert
Impfungen
Besonders wichtige Impfungen in der Urologie:
– HPV für Kinder und Jugendliche Die HPV-Impfung ist in der Urologie unverzichtbar: oftmals werden Männer und Frauen beim ersten Sexualkontakt mit den humanen Papillomaviren infiziert. Sie führen zu anogenitalen Infektionen, welche zu Warzen (Condylomen) führen können. Die Viren gehören weltweit zu den am häufigsten viralen sexuell übertragbaren Erkrankungen und es besteht ein Zusammenhang zwischen persistierenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 und anderen High-risk-(HR-)HPV-Typen sowie der Entstehung von anogenitalen Krebsvorläuferläsionen (Dysplasien und Neoplasien). Dies betrifft z.B. bei der Frau den Zervix, der Vulva und der Vagina, beim Mann den Penis und bei beiden Geschlechtern den Anus, sowie den Mund-Rachenraum, Zungengrund und Tonsillen. Die HPV-Impfstoffe schützen nahezu fast 100% vor einer HPV-Infektion und kann somit die Krebsentstehung im anogenitalen und im Kopf-Hals-Bereich verhindern. – Bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen empfiehlt sich die Stovac-Impfung, welche ebenfalls jährlich aufgefrischt werden sollte. Gerne beraten wir Sie zu dem Thema Impfungen! Ihr Praxisteam SalzerBeeinträchtigung der Gedächtnisleistung im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung
Therapie
- Sport und Bewegung ( z.B.: 150 Minuten pro Wochen konnten im Tiermodell zeigen, dass diese Massnahme einem kognitiven Abbau vorbeugt)
- Verhaltenstherapie: bisher konnten Studien noch keinen eindeutigen Benefit nachweisen,sodaß eine psychotherapeutische Behandlung nicht generell empfohlen werden kann
- kognitives Training: eine Metaanalyse aus 19 Studien zu einem kognitiven Rehaprogramm zeigte eine Verbesserung in mindestens 1 Domäne
- medikamentöse Therapie: bisher noch keine Evidenz in der aktuellen Studienlage
Gründe für fehlendes Ansprechen von PD-5-Hemmern
Gründe für fehlendes Ansprechen von PD-5-Hemmern
(Viagra, Cialis und Co)- unzureichende Dosierung
- zu wenige Versuche (maximale Wirkung ist erst bei mehr als 5- malige Einnahme zu erwarten)
- eingeschränkte Resorption durch gleichzeitige fettreiche Kost (gilt insbesondere bei der Einnahme von Viagra / Sildenafil)
- Vorliegen eines Testosteronmangelsyndroms (z.Bsp. 50- % Wahrscheinlichkeit bei Typ-II Diabetikern)
- Verwendung von gefälschten Medikamenten
Wann dürfen PD-5-Hemmer nicht eingenommen werden:
- gleichzeitige Einnahme von Medikamenten wie Nitrospray
- Herzinfarkt oder Schlaganfall < 1 Jahr zurückliegend
- bei Leberversagen bzw. schweren Lererkrankungen
- bei Netzhauterkrankung, wie z.B. Retinitis pigmentosa
- instabile Angina pectoris
- Galactoseintoleranz
- bei Hypotonie und gleichzeitiger Einnahme von Blutdrucksenkern
typische Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Hautrötungen (die sogenannte Flush-Symptomatik)
- Verdauungsstörungen
- Schwindel
- Sehstörungen
- Verstopfte Nase
- Rücken- und Muskelschmerzen
